ÖV-Triumph für Niederhasli

Die Gemeinde Niederhasli soll zwei zusätzliche Busverbindungen erhalten. Der Zürcher Regierungsrat hat einen diesbezüglichen Rekurs der Gemeinde gut geheissen. Beim ZVV stösst die Order auf Erstaunen: Denn derselbe Regierungsrat hat dem ZVV gleichzeitig grosse Einsparungen vorgeschrieben.

Pendler steigen in einen Glattalbus

Bildlegende: Steig ein. Komm weiter. Der Slogan des ZVV soll bald auch für Niederhasli gelten. Keystone

Seit Jahren kämpft die Gemeinde Niederhasli für eine bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Beim Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) hatte man dafür bis jetzt kein Gehör. Zwar habe der ZVV den Auftrag den ganzen Kanton zu erschliessen, erklärt Sprecher Thomas Kellenberger, gleichzeitig müsse eine Erschliessung aber auch wirtschaftlich sein.

Mit einem Rekurs beim Regierungsrat ging die Gemeinde jetzt gegen den ZVV vor und erhielt zum Teil Recht: Der Zürcher Regierungsrat gab grünes Licht für zwei neue Buslinien: Eine soll den Ortsteil Nassenwil erschliessen, die andere das Industriegebiet Oberhasli.

Sparen und ausgeben, beides gleichzeitig

Gemeindepräsident Marco Kurrer freut sich: «Ich bin froh, dass wir Recht erhalten haben und wenigstens diese beiden Gebiete erschlossen werden.» Für den ZVV kommt der Entscheid des Regierungsrates dagegen überraschend. Rekurse von Gemeinden würden generell sehr selten gut geheissen, sagt Thomas Kellenberger. Was für Erstaunen sorgt, ist aber vor allem der Widerspruch, in den sich der Zürcher Regierungsrat verwickelt hat: «Wir haben in den letzten Wochen Vorgaben erhalten, dass der öffentliche Verkehr grosse Einsparungen realisieren soll. Ein solcher Rekursentscheid generiert aber Mehrkosten.»

Wie der ZVV diesenWiderspruch lösen will, ist noch offen. Um Lösungen zu finden, werde man sich jetzt mit der Gemeinde Niederhasli an einen Tisch setzen.