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Zürich Schaffhausen «Offroader der Gartengeräte» soll in die Zwangspause

In Zukunft sollen Laubbläser in der Stadt Zürich nur noch im Oktober und November eingesetzt werden dürfen. Dies möchte der Zürcher Gemeinderat durchsetzen - gegen den Willen des Stadtrates. Dieser argumentierte vergebens, dass es ohne Laubbläser viermal mehr Personal brauche.

Ein Mann mit einem Laubbläser reinigt am frühen Morgen die Parkanlagen am Utoquai in Zuerich.
Legende: Vielleicht schon bald ein Bild mit Seltenheitswert: Mann mit Laubbläser. Keystone

Laubbläser machten nicht nur einen infernalischen Lärm, sie seien auch Bakterienschleudern und zerstörten den Lebensraum von Kleinstlebewesen, begründeten die Grünen ihren Vorstoss. Sie wüssten ausserdem das Volk auf ihrer Seite: Bereits im Oktober sei eine Petition eingereicht worden mit über 4300 Unterschriften. Die SP unterstützte das Anliegen der Grünen. Alan David Sangines sprach von einem «Offroader der Gartengeräte», der in der Stadt nichts verloren habe. Ein Statement, welches in den Reihen der Bürgerlichen für lautstarke Entrüstung sorgte.

Ohne Laubbläser wird es teuer

Der Stadtrat wollte weder die Petition noch den Vorstoss der Grünen umsetzen. Der zuständige Stadtrat Richard Wolff (AL) rechnete vor, dass ohne Laubbläser viermal mehr Personal eingesetzt werden müsste. Ein Verbot sei schwierig durchzusetzen, vor kurzer Zeit habe man ausserdem die Polizeiverordnung entschlackt, ein weiteres Gesetz wäre «ein Schritt zurück».

Wolff fand zwar bei SVP und FDP Unterstützung, und auch die Grünliberalen gaben sich liberal statt grün. Weil aber bei den bürgerlichen Parlamentariern einige fehlten und die CVP mit der linken Ratshälfte (Grüne, SP und AL) stimmte, kam der Vorstoss komfortabel durch, und zwar mit 68 zu 53 Stimmen. Nun muss der Stadtrat prüfen, wie er das Anliegen umsetzen kann.

3 Kommentare

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  • Kommentar von P.Bürger, Schaffhausen
    Welch unglaubliche Probleme wir doch in unserem Land haben! Unsere Gesellschaft verkommt vollends! Was regen sie sich hier alle schon wieder auf,wegen eines solchen Mistes!Es gibt wirklich grössere Probleme zu lösen,als solche Banalitäten!
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  • Kommentar von Christine Dobler Gross, 8008 Zürich
    Ein Verbot wäre schwierig durchzusetzen? Das glaub ich nicht, hört man doch sofort weit herum, wo einer das Verbotene tut, im Gegensatz zum verbotenen Gifteln. Und da es ziemlich alle nervt, werden die Leute schon dafür sorgen, dass der Bläser wieder aufhört. Jetzt hat man keine Handhabe und wird in sinnlose Diskussionen verwickelt, die nirgendwohin führen. Also vorwärts mit einer fortschrittlichen Regelung! Es ist kein Schritt zurück, wenn man die Bevölkerung vor diesem Blödsinn schützt.
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Da stockt mir aber der Atem... Ausgerechnet DIE Politiker die uns Autofahrern permanent ausreden wollen, labern da über ein Gerät das so überflüssig ist wie die Produkte von HSE24... Das Argument, es brauche mehr Personal ohne diese dekadenten Krachmacher entlarvt die Denkweise unserer "Oberen" auf peinlichste Weise. Ja Hallo, sind denn Maschinen mehr Wert als Menschen? Es gäbe auf dem RAV genügend willige Arbeitskräfte die so einen Job (gegen faire Bezahlung natürlich) machen würden!
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