Parteien fordern klare Antworten im «Fall Carlos»

Der junge Straftäter mit Rundumbetreuung beschäftigt das Kantonsparlament. Die Zürcher Parteien wollen von der Regierung wissen, wie sie dazu steht. Klare Antworten sind gefordert. Die SVP will gar das schärfste parlamentarische Mittel einsetzen: eine PUK.

Justizdirektor Martin Graf im Rathaus.

Bildlegende: Soll Antworten zum «Fall Carlos» liefern: Justizdirektor Martin Graf. Keystone

Die SVP sprach von «Verhätschelungspolitik» im Zürcher Jugendstrafvollzug. Eine Parlamentarische Untersuchungskommission müsse deshalb die gesamte Jugendanwaltschaft durchleuchten. Ins selbe Horn blies die BDP, auch sie zeigte sich schockiert. «Der Fall Carlos sprengt nun wirklich alle Grenzen», sagte Rico Brazerol.

Die CVP wollte vor allem wissen, was die Regierung vom Fall hält und ob die Rundumbetreuung aus ihrer Sicht legitim und verhältnismässig sei. «Der Regierungsrat muss Klarheit schaffen - im eigenen Interesse», forderte Philipp Kutter.

Die übrigen Parteien wollen zuerst den Bericht der Jugendanwaltschaft abwarten. Justizdirektor Martin Graf soll diesen Bericht noch diese Woche erhalten. Dann will er erstmals Stellung zum ganzen Fall nehmen.

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