Tiefer Frauenanteil Parteien wollen mehr Frauen in der Stadtzürcher Politik

Nur 26 Prozent der Sitze im Gemeinderat sind derzeit von Frauen besetzt. Das soll sich nach den Wahlen 2018 ändern.

Zürcher Stadtparlament von oben

Bildlegende: Zürich ist eine Männerstadt – zumindest was die Politik betrifft. 32 der 125 Sitze sind von Frauen besetzt. Keystone

Frauen sind in der Stadtzürcher Politik stark untervertreten. Im Zürcher Gemeinderat, dem städtischen Parlament, sind gerade mal 26 Prozent der Volksvertreter Frauen. Im Vergleich der sechs grössten Städte in der Schweiz schneidet Zürich sogar am schlechtesten ab. Seit 1994 sinkt der Anteil Frauen im städtischen Parlament.

Frauentanteil im Zürcher Gemeinderat nimmt ab Frauentanteil im Zürcher Gemeinderat nimmt ab Am stärksten verloren hat der Frauenanteil in der aktuellen Legislatur. Durch Rücktritte wurden gleich zehn Sitze von Frauen durch Männer ersetzt. Quelle: Statistik Stadt Zürich Statistik Stadt Zürich

«Der Anteil muss bei den Wahlen 2018 steigen»

Betrachtet man die Frauenanteile der einzelnen Parteien zeigen sich grosse Unterschiede. Bei der Alternativen Liste (AL) sind 44 Prozent der Parlamentarier Frauen. Bei der SVP sitzt derzeit gar keine Frau im Zürcher Gemeinderat.In der SP-Fraktion liegt der Frauenanteil immerhin bei 36 Prozent. «Wir sind nicht zufrieden mit diesem Anteil und er muss bei den nächsten Wahlen definitiv steigen», sagt SP Co-Präsidentin Gabriela Rothenfluh. Das Ziel sei ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis.

Bei den bürgerlichen Parteien ist der Frauenanteil traditionell tiefer. «Der tiefe Anteil hängt damit zusammen, dass Bisherige in der Regel ganz vorne auf die Gemeinderatsliste kommen. Erneuerungen dauern daher auch länger», erklärt Ursula Uttinger, Gemeinderätin und bis vor kurzem Präsidentin der Zürcher FDP-Frauen.

Für die SVP, die derzeit keine Frau in der Gemeinderatsfraktion hat, sei das Geschlecht nicht entscheidend, sagt Präsident Mauro Tuena. «Wir schauen wer die besten Qualitäten hat.» Deshalb spiele der Frauenanteil auch für die kommenden Wahlen 2018 keine entscheidende Rolle. Ausserdem betont er, dass die SVP die einzige bürgerliche Partei sei, die eine Frau in den Stadtratswahlkampf schicke.