Pfusch bei Brust-OP: Zürcher Gesundheitsdirektion wird aktiv

Ein 78-jähriger Schönheitschirurg verunstaltet eine junge Frau bei einer Brust-OP. Nach einem Bericht des Kassensturzes von SRF will nun die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich seine Berufsbewilligung nochmals überprüfen.

Grossaufnahme der Narbe einer Brust-OP

Bildlegende: Hässliche Narben und Schmerzen: Der Kassensturz zeigt die Folgen einer unsachgemässen Brustverkleinerung. SRF

Die junge Frau hatte wegen ihrer grossen Brüste gesundheitliche Probleme. Sie suchte Hilfe bei einem Zürcher Schönheitschirungen. Nach der Operation hatte sie Wunden, die nicht richtig verheilten. Noch heute hat sie Schmerzen, hässliche Narben und ihre Brüste sind unterschiedlich gross.

Für den Rest des Lebens gezeichent

«Das ist eine ekklatante Entstellung einer jungen Frau», beurteilt ein Cherfarzt des Universitätsspitals Basel die Arbeit seines Kollegen im Kassensturz von SRF. Die junge Frau hat deshalb gegen den Zürcher Arzt eine Strafanzeige eingereicht. Dieser ist bereits einschlägig vorbestraft. Die Zürcher Gesundheitsdirektion wollte deshalb seine Berufsbewilligung im Jahr 2009 nicht mehr erneuern, wurde vom Zürcher Verwaltungsgericht aber zurückgepfiffen.

Behörden wollen nicht weiter zuschauen

Nach dem Bericht des Kassensturzes werde die Gesundheitsdirektion aber wieder aktiv, erklärte ein Sprecher gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Man werde Einsicht in die Akten der Ermittlungsbehörden verlangen und auch beim Arzt eine Stellungnahme einholen.

Aufgrund der Akten entscheide man dann möglichst schnell, ob man dem Arzt die Berufsbewilligung noch einmal entziehen will. Wie lange dieses Verfahren dauert, konnte der Sprecher nicht abschätzen. Und einen allfälligen Entzug der Bewilligung könnte der Arzt erneut vor Gericht anfechten.

Bericht im Kassensturz

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