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Warum die Photobastei schliesst
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 07.01.2020.
abspielen. Laufzeit 06:27 Minuten.
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Photobastei in Zürich am Ende Erfolgreich und trotzdem gescheitert

Sie wollte das «Bollwerk der Fotografie» sein; die Photobastei in Zürich. Nun ist dem Betreiber das Geld ausgegangen - trotz guten Besucherzahlen.

Bis Ende Juni 2020 zeigt die Photobastei noch ihre Ausstellungen am Sihlquai 125 in Zürich, in den ehemaligen Räumen der Fotoklasse der Kunstgewerbeschule. In dieser Zeit sind u.a. noch Bilder aus vergangenen Arbeitswelten oder aus den bewegten 1980er-Jahre in Zürich zu sehen. Kürzlich zeigte sie auch Pressebilder von den Unruhen in Hongkong. Diese Ausstellung verursachte sogar eine Protestnote der chinesischen Botschaft, was der Photobastei auch internationale Beachtung einbrachte.

«Risiken zu gross»

Damit ist bald fertig. Ende Juni 2020 schliesst die Photobastei, wie Gründer, Direktor und Spiritus Rectus Romano Zerbini mitteilte. Trotz guten Besucherzahlen sei der Betrieb leicht defizitär. Die Risiken seien zu gross, um weiter von ihm getragen zu werden.

Frust über Haltung der Stadt

Zerbini wollte ursprünglich ohne Subventionen und ohne Sponsoren über die Runden kommen, um unabhängig zu bleiben. Die Rechnung ging jedoch nicht ganz auf. Deshalb stellte Zerbini doch ein Gesuch für 50'000 Franken. Im letzten Jahr gewährte die Stadt eine solche Unterstützung, jedoch nicht wiederkehrend. «Weil wir nicht im Leitbild der Stadt aufgeführt sind, erhielen wir keine wiederkehrende Unterstützung», fasst Zerbini seinen Frust über die Stadt zusammen.

Der städtische Kulturchef Peter Haerle bestätigt diese Schilderung, verteidigt aber den Entscheid. «Wir erhalten jeden Tag ein Subventionsgesuch. Wir können nicht alle unterstützen», begründet er die Haltung der Stadt. Ausserdem gebe es in Winterthur mit der Fotostiftung und dem Fotomuseum schon zwei international anerkannte Institutionen.

Für fünf Franken pro Tag konnte jeder seine eigenen Bilder ausstellen

Zerbini verstand sein Haus als «Bollwerk der Fotografie», das immer wieder Ausstellungen mit bekannten Fotografen zeigte – häufig auch Künstlerinnen und Künstler aus Zürich. Aber auch Unbekannte konnten ihre Werke ausstellen. In kleinen «Offspaces» konnten sie sich einmieten, für «fünf Franken pro Laufmeter und Tag», wie es auf der Homepage heisst.

Die Photobastei eröffnete 2014 im Hochhaus zur Bastei, nahe des Paradeplatzes. Dieser Standort war von Beginn weg als Zwischennutzung geplant. Der Erfolg führte dazu, dass Zerbini eine definitive Bleibe suchte und in den ehemaligen Räumen der Kunstgewerbeschule am Sihlquai auch fand. Genau fünf Jahre nach der Eröffnung am neuen Ort geht die Geschichte der Photobastei Ende Juni 2020 zu Ende.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Bormann  (Bormann)
    kleiner Nachtrag: gemäss Protokoll aus der Regierungsratssitzung vom 3. Juli 2019 bewilligt die Stadt Zürich einen Beitrag von 1.8 mio Franken an die Durchführung der Eishockey WM. Man sollte nicht Birnen mit Äpfeln vergleichen, aber ich sag ja bloss....
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  • Kommentar von Stefan Bormann  (Bormann)
    Chapeau, Romano und Team. Unglaublich, wenn man dieses Engagement für Wertvolles dem Budget einer Stadt Zürich entgegensetzt. Ich bin durchaus gegen flächendeckendes Subventionieren. Aber Eure Arbeit hätte durchaus 50 Rappen pro Stadtzürcher Steuerzahler mehr als verdient. Herzliches Beileid und Danke. Und: Frau Mauch, können Sie da nicht noch was machen? Ein paar Blumen weniger am Wechseläuten oder so? Freundliche Grüsse
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    1. Antwort von Stefan Bormann  (Bormann)
      SSSechse natürlich, pardon
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  • Kommentar von Arno Zingg  (Arno Zingg)
    Ich weiss nicht, wie es aktuell ist, aber in den Anfangsjahren der Photobastei kam es öfters vor, dass grosse Teile der Ausstellungswände leer waren und gleichzeitig Interessierte Fotografen abgelehnt wurden. Da ist also quasi Geld verschenkt worden - und die Besucher konnten nur auf einem Teil der verfügbaren Fläche Bilder sehen.
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