Pilz vernichtet fast die Hälfte der Zürcher Getreideernte

Schon das ganze Jahr machten der Regen und die Feuchtigkeit den Bauern in der Region das Leben schwer. Erdbeeren, Kartoffeln, das Heu, alles litt unter dem Regenwetter. Und jetzt zeigt sich: Auch beim Getreide droht ein massiver Ausfall.

Der Bauer Erich Staubli fährt mit dem Mähdrescher durch das Weizenfeld und fasst seine Stimmung in einem Wort zusammen: enttäuschend. «Man kümmert sich das ganze Jahr um die Kultur. Und wenn dann der Ertrag am Ende nicht stimmt, tut das weh. Auch im Portemonnaie.»

Denn den Landwirten in der Region Zürich Schaffhausen droht ein grosser Ernteausfall. Im Durchschnitt haben die Bauern rund vierzig Prozent weniger Ertrag. Grund dafür ist der Pilzbefall, sogenannte Fusarien.

Bei Erich Staubli fällt die Ernte «nur» zwanzig Prozent geringer aus als in normalen Jahren. Er hat nämlich mit Pestiziden den Schaden etwas in Grenzen halten können. Dennoch sagt der Landwirt: «So schlimm wie dieses Jahr habe ich es noch nie erlebt.»

Auf die Länge können Bio-Bauern mithalten

Den Ausfall halbieren dank chemischer Hilfe. Dies könne langfristig keine Lösung sein, findet Martin Bertschi, Experte im Acker- und Futterbau vom kantonalen Kompetenzzentrum Strickhof.

Natürlich sei ein Jahr wie 2016 schlimm für die Landwirte. Aber: «Eine solche Saison muss man auch einmal aushalten können. Die Bauern müssen die Rechnung über mehrere Jahre machen.»

Und über eine längere Periode betrachtet hätten Bauern, die nicht spritzen, nicht viel weniger Ertrag als jene, die Pestizide verwendeten. Martin Bertschi könnte sich jedoch vorstellen, dass die Bauern, die auf Pestizide verzichten, zusätzliches Geld vom Bund erhalten, wenn die Ernte ausfällt.