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Zürich Schaffhausen Politiker bezeichnet Glattalbahn als Fehlkonstruktion

Bei der Zürcher Glattalbahn häuften sich in letzter Zeit die Unfälle. Der jüngste geschah am Dienstag in Dübendorf und forderte vier, zum Teil mittelschwer Verletzte. Ein Zürcher Verkehrspolitiker kritisiert nun die Verantwortlichen der Glattalbahn massiv.

Legende: Video Kritik an der Glattalbahn abspielen. Laufzeit 06:04 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 30.04.2014.

Schon wieder ist die Glattalbahn mit einem Fahrzeug zusammen gestossen. Es passierte am Dienstag in Dübendorf. Ein Lastwagen wollte rechts abbiegen und kollidierte mit dem Cobra-Tramzug. Der Unfall wird untersucht. Es ist der letzte in einer Unfallserie des Zürcher ÖV-Unternehmens. Allein im letzten Jahr passierte auf der Strecke zwischen Zürich Stettbach und dem Flughafen Zürich ein Dutzend Unfälle mit Fussgängern oder Autofahrern, mit zum Teil schwer Verletzten und einem Todesopfer.

Bahn und Auto zu nahe nebeneinander?

Der Schlieremer Gemeinderat Markus Weiersmüller (FDP Liberale) kritisiert nun das Konzept der Glattalbahn massiv: «Sie ist eine Fehlkonstruktion, zumindest stellenweise», sagt er gegenüber der Sendung «Schweiz aktuell». Die Häufung der Unfälle sei ein Beleg dafür. Das Problem sei die Linienführung der Bahn. Sie sei nicht überall von Strasse und Trottoir abgetrennt. An vielen Kreuzungen und Bahnübergängen käme es deshalb zu Konflikten zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern.

Ein Tram der Glattalbahn mit eingedrückter, zersplitterter Frontscheibe.
Legende: Im letzten Jahr gab es ein Dutzend Unfälle mit der Glattalbahn: hier in Juli bei der Haltestelle Unterried. Keystone

Markus Weiersmüller wehrt sich in einem Verein gegen eine andere geplante Zürcher Agglomerationsbahn: Die Limmattalbahn. Er befürchtet, dass dort dieselben Fehler gemacht würden wie bei der Glattalbahn. Die Glattalbahn sei falsch geplant worden: «Man hätte sie vermehrt als Hochbahn oder unterirdisch bauen sollen und nicht so, dass sie die Strasse mit Velofahrern, Autofahren und Lastwagenfahrern teilt».

Glattalbahn als politischer Entscheid

Der Direktor der Glattalbahn (VBG), Matthias Keller, bedauert die Unfälle, teilt die Meinung von Weiersmüller jedoch nicht: «Die Bahn wurde in einem langjährigen Prozess gebaut». An jeder Kreuzung seien die Massnahmen genau abgewogen worden. Zudem seien die Kreuzungen mit Lichtsignalen versehen worden. Die Bahn sei ausserdem ein politischer Entscheid gewesen, sagt Keller. Ein Entscheid, wieviel Geld in diese Bahn investiert werden soll. Eine Volksabstimmung habe für die Glattalbahn grünes Licht gegeben.

Die Unfälle sind laut VBG zum grössten Teil durch Automobilisten und Fussgänger verschuldet worden und nicht durch die Glattalbahn.

Weitere Massnahmen nötig?

Nach der Häufung der Unfälle im letzten Jahr haben die Verantwortlichen der Glattalbahn im letzten Juli Sofortmassnahmen beschlossen. An drei Bahnübergängen wurde der Boden grün eingefärbt. Zudem wurden zusätzliche Lichtsignale montiert und die Frontseite der Glattalbahn weiss angemalt.

Heute sei die zehnmonatige Beobachtungsfrist dieser Massnahmen zu Ende. Die Ergebnisse würden nun analysiert, zusammen mit dem Tiefbauamt des Kantons Zürich, des Amts für Verkehr, den VBZ und der Kantonspolizei Zürich. Anfang Juli werde man bekanntgeben, ob weitere Massnahmen getroffen werden müssen, sagt Matthias Keller gegenüber «Schweiz aktuell».

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4 Kommentare

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  • Kommentar von P Zunger, Basel
    Ein vom VCS und ihm nahestehenden Organisationen gewollter Zweck erfüllt diese Stadtbahn: sie soll sichtbar und spürbar den Privatverkehr behindern. Diese Stadtbahn ist nur ein Beispiel dafür, es gäbe noch eine ganze Reihe mehr. Dass es dabei auch Unfälle geben kann ist ein ungewollter und tragischer Nebeneffekt.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Das Problem sind wohl eher die ganzen abgelenkten Hans-guck-in-die-Lufts, die vergessen haben, dass es im Verkehr heisst: Luege. Lose. Loufe/Fahre.
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    1. Antwort von Leonie Dober, Schlieren
      Sind denn die Verkehrsteilnehmer im Glattal blöder als diejenigen in der übrigen Schweiz? Die Ausreden von Matthias Keller sind allzu billig. Das gleiche Schicksal blüht den Limmattalern. Seit 10 Jahren wird dort für viel Geld "verplant". Die Kosten werden bewusst niedrig gehalten, damit das Stimmvolk Ja sagt. Dort werden Kosten von 600 -700 Millionen angegeben. Das Rollmaterial und Tramdepots sind natürlich nicht enthalten. Es ist mit Kosten von über einer Milliarde zu rechnen!
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  • Kommentar von Albert Planta, Chur
    Besser wäre eine U-Bahn gewesen, die hat aber das Stimmvolk bachab geschickt. Jetzt müssen sich die Zürcher halt mit Behelfslösungen zufrieden geben.
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