PR-Aktion sorgt für Verstimmung im linken Lager

Die SP Schaffhausen ist nicht begeistert vom Vorgehen der Alternativen Liste. Die AL hat mit einem nicht wählbaren Kandidaten in den Wahlkampf um den freien Sitz im Schaffhauser Stadtrat eingegriffen - so will die AL auf das Stimm- und Wahlrecht für Ausländerinnen und Ausländer aufmerksam machen.

Die Kandidierenden für den Schaffhauser Stadtrat.

Bildlegende: Soll den Wahlkampf «aufmischen»: Der nicht wählbare Carlos Abad von der Alternativen Liste. zvg, Montage: SRF

Die AL Schaffhausen möchte mit ihrer «Kandidatur» den Umstand kritisieren, dass viele Einwohnerinnen und Einwohner politisch nicht mitbestimmen können. Carlos Abad, den die AL für diesen Zweck ins Rampenlicht stellt, ist nämlich Spanier und damit nicht wählbar.

Dennoch will die AL Plakate mit ihrem «Kandidaten» in den nächsten Tagen in der Stadt Schaffhausen aufhängen - und dürfte damit wohl auch für Verwirrung sorgen. Gut möglich, dass der linken Bündnispartnerin, der SP, durch den Angriff der AL auch einige wichtige Stimmen verloren gehen.

Missbrauch eines Wahlkampfs

«Diese Aktion hat bei uns schon einiges Erstaunen ausgelöst», erklärt SP-Parteipräsidentin Monika Lacher. «Ich finde es schade, wenn man einen ernsthaften Wahlkampf für eine PR-Aktion missbraucht.»

Florian Keller, Vorstandsmitglied der AL und Wahlkampfleiter, ist da anderer Meinung. «Wir machen uns nicht lustig. Uns geht es vielmehr um ein ernstes Anliegen.» An einen Stimmenverlust bei der SP glaubt er indessen nicht.

Dennoch will nun der linke Wahlausschuss darüber befinden, wie geschickt oder ungeschickt die PR-Aktion der Schaffhauser AL ist und wie man darauf reagieren soll. Auch die SP sei von der AL überrascht worden, so Parteipräsidentin Lacher.

(ster, Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17.30 Uhr)