Premiere im Schiffbau: Mit der hässlichen «Yvonne» zum Erfolg

Yvonne ist eine unausstehliche Zimperliese. Trotzdem, oder gerade darum, will Prinz Philippe sie zur Burgunderprinzessin machen. Die Schauspielhausdirektorin Barbara Frey lässt die Tragikomödie von Witold Gombrowicz von einem reinen Männerensemble spielen. Zum grossen Vergnügen des Publikums.

Ausschnitt aus dem Schauspiel «Yvonne, die Burgunderprinzessin» im Zürcher Schiffbau

Bildlegende: Königliche Besetzung: Das reine Männerensemble begeistert in Barbara Freys Inszenierung der «Burgunderprinzessin». ZVG Schauspielhaus, Matthias Horn

Durch einen langen schwarzen Gang kommt das Publikum in die grosse Halle im Schiffbau. Auf der Bühne verströmen ein edler blauer Teppich, schwere blaue Vorhänge, goldene Spiegel und goldene Stühle die Atmosphäre eines königlichen Saals. Dazu spielt ein wahrhaftig königliches Ensemble. Michael Mertens als Prinz Philippe trägt edlen Samt. Seine Mutter Königin Margarethe (Markus Scheuermann) die Haare hoch wie ein Turm, das Kleid samt Schleppe bodenlang.

Wenig königlich

Umso grausamer sind die Gemeinheiten, die hinter der ganzen Fassade und der Schminke stecken. Denn Yvonne, die Auserwählte des Prinzen, löst mit ihrer plumpen Hässlichkeit soviel Hass und Wut aus, dass es am Schluss nur eines gibt: Mord. Barbara Frey inszeniert das böse Stück von Witold Gombrowicz mit viel Musik und fast liebevoll. Sehr zum Vergnügen des Premierenpublikums.

(simd;fanc; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)