Zum Inhalt springen

Projekt Sanatorium Kilchberg «Ich wusste, es muss weitergehen»

Legende: Video Die Imagekampagne der SVA Zürich abspielen. Laufzeit 0:16 Minuten.
Vom 11.04.2018.

«Ich habe mich selbst verloren, ich wusste nicht mehr, wer ich bin». Das war im April 2017. Petra Müller* hatte ihr Studium abgeschlossen. Der Schritt ins Berufsleben scheiterte. Erst das Gespräch mit einem Freund bestätigte ihr: Sie leidet an einer Depression. Dieser Freund empfahl ihr, sich ins Sanatorium Kilchberg einweisen zu lassen.

Das Pilotprojekt im Sanatorium Kilchberg

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Die Sozialversicherungsanstalt Zürich (SVA) hat zusammen mit dem Sanatorium Kilchberg im Januar 2017 ein neues Job-Coaching-Angebot geschaffen. Zweimal in der Woche bietet ein Berater der SVA im Sanatorium selber Gespräche an. Ziel ist, dass die Patientinnen und Patienten den beruflichen Wiedereinstieg schaffen. Seit dem Start des Pilotprojekts nahmen über 50 Patienten teil. Über die Hälfte hat eine Arbeitsstelle wiedergefunden. Das Job-Coaching-Angebot wird vom Sanatorium Kilchberg nun definitiv übernommen. Die SVA Zürich verhandelt zur Zeit mit anderen Kliniken, damit das Projekt auch an anderen Orten angeboten werden kann.

Schon in der ersten Woche erhielt sie Besuch: Eine Mitarbeiterin der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich SVA nahm Kontakt mit ihr auf. Anfänglich sei sie erschrocken, dass das alles so schnell ging. «Aber es war mir auch klar, dass es weitergehen muss.»

Wenn es zu lange dauert, wird es schwierig, jemand in die Arbeitswelt zurückzuführen
Autor: Patric MeyerProjektleiter IV

Patric Meyer, Psychologe bei der Invalidenversicherung, begleitet das Projekt. Für ihn ist entscheidend, dass der Jobcoach sich schon früh mit den Patienten in Verbindung setzt. Sonst werde es schwierig.

Der Jobcoach begleitet die Patienten deshalb von Anfang an. Zweimal pro Woche sehen sich Coach und Patientin. Seit das Projekt anfangs 2017 angelaufen ist, haben 52 Patientinnen und Patienten mitgemacht. Mehr als die Hälfte habe inzwischen eine Arbeit gefunden.

Petra Meier ist noch nicht dort, wo sie sein möchte. Aber immerhin: Im Mai kann sie eine Teilzeitstelle antreten.

*Name geändert