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Prozess in Bülach Zum Auftakt eine Schlappe für den Hotelier

Urs E. Schwarzenbach steht wegen jahrelanger Zollvergehen vor Gericht. Ein Antrag seines Verteidigers auf Verschiebung des Prozesses fand kein Gehör.

Legende: Video Urs E. Schwarzenbach vor Gericht abspielen. Laufzeit 00:31 Minuten.
Aus News-Clip vom 28.11.2017.

Die 75-seitige Anklageschrift sei diffus und gesetzeswidrig, erklärte Schwarzenbachs Verteidiger gleich zu Anfang des Prozesses vor dem Bülacher Bezirksgericht. Er beanstandete rund 50 Punkte und warf der Anklage Ungereimtheiten und Fehler vor. Der Tatvorwurf werde nicht klar, deshalb sei kein faires Verfahren möglich.

Anklageschrift nicht «diffus und gesetzeswidrig»

Der Richter räumte zwar gewisse Unklarheiten in der Anklageschrift ein. Nach einer einstündigen Bedenkfrist wies er den Antrag der Verteidigung jedoch zurück und begann mit dem eigentlichen Verfahren. Durch die Präliminarien hat sich der Prozess, der zwei Tage dauern soll, bereits erheblich verzögert.

Am Mittag mussten die Verhandlungen erneut unterbrochen werden. Der Richter hatte einen zusätzlichen Bericht angefordert, in dem steht, was der Zoll zur umstrittenen Einfuhr der Kunstwerke Schwarzenbachs untersucht hat. Die Verteidigung braucht nun Zeit, um den Bericht zu studieren.

Unbekannte Herkunft? Fälschungen?

Erst am späteren Nachmittag begann die eigentliche Hauptverhandlung mit der Befragung des Angeklagten. Urs E. Schwarzenbach gab dabei an, die Herkunft der von ihm gesammelten Kunstwerke teilweise gar nicht zu kennen. Es sei auch gut möglich, dass es sich bei einigen Bildern um Fälschungen handle. Die Verhandlung wird am Mittwoch weitergeführt.

Gegen Urs E. Schwarzenbach läuft ein Verfahren, weil er sich weigert, eine Busse von rund vier Millionen Franken zu zahlen. Der Hotelier des Grandhotels Dolder in Zürich hatte jahrelang Kunstwerke am Zoll vorbei in die Schweiz eingeführt – aus Zeitmangel für die langwierigen Zollkontrollen, wie Schwarzenbach angab. Die Mehrwertsteuer in zweistelliger Millionenhöhe hat er nachträglich bezahlt.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Milliardären vom Format eines U. Schwarzenbach würde es gut stehen, einen Fehler freimütig einzuräumen und die geforderten Beträge reumütig zu zahlen.
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  • Kommentar von Kurt Häfliger (kurto1956)
    Es gibt eine einfache Lösung. Laut Gerichtspraxis werden Bussen welche nicht bezahlt werden in Haft umgewandelt oder können an der Bussenabarbeitungsstelle der ZSGE abgearbeitet werden. Pro Tag wird Fr. 30.- verrechnet. Es wäre für ihn eine gute Charakterschulung einmal im Leben mit weniger begüterten Menschen den Tag mit einfachen Arbeiten zu verbringen, vielleicht dämmerts im dann! Es würde nur 365 Jahre dauern!
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  • Kommentar von Martin Holm (Marty)
    Schmuggel aus Zeitmangel ist doch ein Witz per se und überhaupt kein Kavaliersdelikt. Besonders wenn es um Bereicherung geht, wie bei Herrn Schwarzenbach, aber Milliardär wird man nicht nur mit legalen Mitteln!
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