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Racial Profiling in Zürich? Keine Schikane bei Polizeikontrolle, urteilt das Obergericht

Ein dunkelhäutiger Schweizer wirft der Zürcher Stadtpolizei Diskriminierung vor, unterliegt aber vor Gericht.

Vier Frauen und ein Mann halten ein Transparent hoch, darauf steht "Stop Racial Profiling Now"
Legende: Bereits vor Bezirksgericht hatte M.B. viel Unterstützung in seinem Kampf gegen Racial Profiling. Keystone

Es gibt zwei Versionen der Kontrolle, die im Zentrum steht des neuen Urteils des Zürcher Obergerichts:

Die Zürcher Stadtpolizei sagt, der Mann habe sich verdächtig verhalten, habe den Polizisten nicht in die Augen geschaut und sei ihnen ausgewichen. Deshalb hätten sie ihn kontrolliert. Und ihn gebüsst, weil er sich weigerte, sich auszuweisen.

Der 43-jährige Bibliothekar mit Schweizer Pass und kenianischen Wurzeln hingegen fühlt sich diskriminiert. Die Polizisten hätten ihn nur kontrolliert, weil er schwarz sei. Er weigert sich deshalb, die Busse zu bezahlen.

Ausschlaggebend für die Kontrolle war das Verhalten, nicht die Hautfarbe.
Autor: Urteildes Zürcher Obergerichts

Das Zürcher Obergericht hat nun den Polizisten recht gegeben. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass die Kontrolle aus diskriminierenden Gründen vorgenommen worden sei, schreibt das Obergericht in seinem Urteil. Schikanös oder unrechtmässig sei sie nicht gewesen.

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass institutioneller Rassismus ein stärker verbreitetes Problem ist als gemeinhin angenommen.
Autor: Medienmitteilungder «Allianz gegen Racial Profiling»

Dies wiederum will der Mann nicht akzeptieren. Mit Hilfe der Organisation «Allianz gegen Racial Profiling» hat der Mann Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts eingelegt. Nun muss das Bundesgericht über den Fall urteilen.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Mein 7. (!) Versuch, eine persönliche Meinung zu dieser Zwängerei zu äussern: Was dieser Ex-Kenianer (und heutiger dunkelhäutiger Schweizer) hier veranstaltet, ist schlussendlich kontraproduktiv! Solche Uneinsichtigkeiten zu einer polizeilichen Personenkontrolle, provoziert zur Fremdenfeindlichkeiten! Auf Grund der 4 Spruchbandträgerinnen auf dem obigen Bild, kommt man nicht um den Verdacht herum, dass der Gang ans Bundesgericht, der Polizei "Rassismus" vorgeworfen wird und gewollte Absicht ist!
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  • Kommentar von Edi Steinlin (stoni)
    Was heisst Racial Profiling ? Diese blödsinnigen Anglizismen, haben wir keine deutschen Wörter ? Zum Beispiel "ungerechtfertigte Kontrollen". Im übrigen wird man die nachweisen können, warum jemand kontrolliert wird.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Ein Polizist oder Grenzschützer muss innert kürzester Zeit ein Urteil fällen, ob er jemand kontrolliert oder nicht. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit zieht man entsprechende Schlüsse und grenzt damit die Zahl der zu überprüfenden Personen ein, auf die Gefahr hin, jemand nur aufgrund seines Aussehens zu unrecht zu kontrollieren. Dies kann man bei allen Arten von Kontrollen im öffentlichen Raum beobachten.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2} Hierbei aber gleich Rassismus zu riechen und das Ende der Bewegungsfreiheit an die Wand zu malen, ist eine reichlich übertriebene, wenn nicht sogar naive Reaktion.Das Racial-Profiling gehört bei Polizeikontrollen auf Bahnhöfen und in den Innenstädten ohnehin längst zur Realität. Und es funktioniert offenbar vorzüglich.
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