Räume voller Skulpturen von Richard Deacon

Das Winterthurer Kunstmuseum zeigt in seiner neusten Ausstellung 40 Werke des weltbekannten englischen Bildhauers Richard Deacon. Der Titel «on the other side» weist darauf hin, dass Deacon in seinen Arbeiten das Aussergewöhnliche sucht.

Eine kreisförmige Skulptur aus Stahl, dahinter ein modernes Haus aus Glas.

Bildlegende: «footfall»: Die Skulptur von Richard Deacon, die fix neben dem Kunstmuseum Winterthur steht. SRF

In dem einen Raum liegt eine Keramikskulptur auf dem Boden, im nächsten Raum steht ein riesiges Holzgebilde; neben monumentalen Arbeiten sind auch zierliche und fragile Objekte ausgestellt. Der englische Bildhauer Richard Deacon arbeitet mit ganz unterschiedlichen Materialien. Das allein macht seine Arbeiten noch nicht einzigartig. Aussergewöhnlich hingegen ist seine Arbeitsweise als Bildhauer.

Gezwirbelt, geschnitten, gefräst und verformt

Richard Deacon trägt nicht Material ab und nähert sich so einer Form, er ist auch nicht der Konstrukteur, der eine Skulptur aufbaut. Richard Deacon entwickelt seine Skulpturen aus der spielerischen Auseinandersetzung mit dem Material heraus und verarbeitet dies mit unterschiedlichen Techniken.

«  Richard Deacon behandelt Holz wie eine Flüssigkeit - das ergibt die überraschenden Skulpturen. »

Dieter Schwarz
Direktor Kunstmuesum Winterthur

Holz zum Beispiel verformt sich im heissen Dampf zu wellenförmigen Gebilden, die aussehen wie lange geflochtene Stränge. Seine Skulpturen sind aufwändig. Oft muss er mit einem Partner zusammenarbeiten. Beim Holzbauer werden Bretter und Balken verformt, in Stahlbaufirmen Bleche geschnitten, miteinander verschweisst und poliert. Die Skulpturen, die dann entstehen, überraschen oft mit ihrer Andersartigkeit.