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Zürich Schaffhausen Räumung des Labitzke-Areals gewaltlos beendet

Das Zürcher Labitzke-Areal ist geräumt. Die Stadtpolizei Zürich hat die Besetzer im Laufe des Vormittags vom Gelände vertrieben und festgenommen. Inzwischen sind bereits die Bagger aufgefahren. Die Räumungs-Aktion verlief ohne Gewalt.

Legende: Video Besetztes Areal geräumt abspielen. Laufzeit 1:13 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 07.08.2014.

Ab 8.15 Uhr fuhren 40 Polizisten in Vollmontur vor dem Labitzke-Areal in Zürich-Altstetten vor und sperrten die Strasse ab. Etwa fünf Besetzer verschanzten sich auf dem Dach. Die Polizei räumte die Barrikaden weg und betrat danach das Areal.

Um 9.45 Uhr versuchte die Feuerwehr, die Besetzer, die sich auf einem Turm innerhalb des Areals verschanzt hatten, von dort runterzuholen. Drei Polizisten und ein Feuerwehrmann näherten sich dem Turm im Rettungskorb einer Feuerwehr-Drehleiter. Die Besetzer setzten auf lautstarken, aber passiven Widerstand. Vereinzelt bewarfen sie die Einsatzkräfte mit Ballonen, die mit Farbe gefüllt waren, sowie mit Federn. Insgesamt verlief die Räumungs-Aktion aus Sicht der Polizei problemlos.

Mehrere Festnahmen

Am Vormittag nahm die Polizei sechs Sympathisanten fest, die sich zu einer unbewilligten Demonstration auf der Hohlstrasse formiert hatten. Bei der Räumung des Areals wwurden weitere 13 Personen vorübergehend festgenommen. Am frühen Nachmittag war der Polizeieinsatz abgeschlossen.

Der Stadtzürcher Polizeivorsteher Richard Wolff (AL) zeigte sich erleichtert, dass die Räumung friedlich über die Bühne ging, er bedauerte aber auch, dass die Räumung überhaupt erforderlich war. Aber die notwendige Bedingung dafür - eine rechtsgültige Abbruchbewilligung - sei erfüllt gewesen. Zur Kritik der Alternativen Liste (AL), die das Vorgehen als «Abbruch auf Vorrat» bezeichnete, sagt Richard Wolff: «Zweieinhalb Jahre war eine Zwischennutzung auf dem Labitzke-Areal möglich. Der Stadtrat hat sich immerhin dafür eingesetzt, dass zweimal eine Verlängerung erreicht werden konnte.»

Während die Räumung noch im Gang war, fiel bereits der Startschuss zu den Aufräum- und Abbrucharbeiten. Das Labitzke Areal in Zürich Altstetten war seit gut zwei Jahren besetzt. Ende Juli lief das Ultimatum der Immobilienfirma Mobimo ab. Sie will auf dem Areal eine Überbauung mit rund 245 Wohnungen realisieren.

8 Kommentare

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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Nun wird während mindestens 1 bis 2 Jahren dort eine Brache sein, denn eine Baubewilligung liegt ja noch nicht vor. Solange hätte man diese Menschen noch da wohnen lassen können. Und..... schade um dieses Original in Zürich, das nun weiterem anonymen Wohnen/Wohnblocks weichen muss. Alles nur für Profite!
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  • Kommentar von Helmuth Paller, Aarau
    Noch mehr bauen und noch mehr bauen. Überall stehen tausende Neubautwohnungen leer, in allen Kantonen. Die meisten Wohnblöcke sehen aus wie Gefängnisse und sind viel zu teuer. Warum wird in Zürich das neue Raumzonengesetz nicht eingehalten.Bauen, Bauen, für was. Irgendwann wird Zürich ausgestorben sein, den niemand will in Zürich wohnen zu diesen Preisen. Recht so, keine Menschen, keine Steuern, freue mich jetzt schon drauf. Nur Profitgier mehr nicht. Steht in die Ecke,Bauherren und schämt euch.
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  • Kommentar von Paul Beck, 5305 Unterendingen
    Wie rechtfertigen solche Chaoten die Tatsache, dass sie schlicht und einfach fremdes Eigentum beschlagnahmen und unentgeltlich nutzen? Früher nannte man sie zu recht Diebe - heute wohl eher soziale Helden; wenigstens von gewissen linken Kreisen und Politikern! Von wegen, die Kosten erstatten lassen - schon eher entschädigt die Stadt die Besetzer, damit sie sich auf den Weg machen können, um neue Gebäude zu beschlagnahmen. Zürich kann's sich ja leisten! Oder?
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    1. Antwort von Daniel Kurmann, Basel
      Soweit ich das aus diesem Artikel entnehmen kann, wurde dieses Projekt als "Zwischennutzung" rechtlich anerkannt. Von Diebstahl kann also keine Rede sein. Grundeigentümer sehen denn auch Zwischennutzungen durchaus gerne. Da man dadurch Ansprechpartner hat, die Verantwortung übernehmen. Und wie man sieht, wurde diese Räumung zwar unter Protest durchgeführt, der Widerstand war jedoch gewaltlos. Ich verstehe nicht, warum Sie diese Leute als Chaoten bezeichnen.
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