Zum Inhalt springen
Inhalt

Reiche in Stadtwohnungen Gelten die Zürcher Regeln bald auch in Genossenschaftswohnungen?

Wer eine Wohnung der Stadt Zürich mietet, darf nicht viel verdienen. Bürgerliche Politiker wollen diese Regel ausweiten.

An der Limmat in Zürich sind Wohnungen sehr begehrt.
Legende: Hier sind städtische Wohnungen besonders beliebt: an der Schipfe in Zürich. Keystone

Wohnungen, die der Stadt Zürich gehören, sind häufig verhältnismässig günstig. Und gerade weil sie relativ preiswert sind, sollen nicht reiche Personen Anspruch auf eine solche Wohnung haben. Dieser Ansicht ist die zuständige Kommission im Zürcher Gemeinderat und hat am Mittwoch neue Regeln bestimmt. Sie lauten:

  • Wer in eine städtische Wohnung zieht, der darf höchstens viermal so viel verdienen, wie die Wohnung kostet.
  • Die Stadt muss zu Beginn des Mietverhältnisses überprüfen, wie viel die Mieterin oder der Mieter verdient – und danach alle zwei Jahre.

Einem Komitee aus bürgerlichen Politikern gehen diese Regeln zu wenig weit. Sie wollen sie ausweiten – auch auf Genossenschaftswohnungen, die auf dem Land der Stadt gebaut werden.

Wenn bei städtischen Wohnungen Missbrauch vorkommt, kann das auch bei gemeinnützigen Genossenschaftswohnungen der Fall sein.
Autor: Alexander BrunnerGemeinderat FDP

Brunner will, dass auch Genossenschaften in regelmässigen Abständen überprüfen müssen, wie viel Mieterinnen und Mieter verdienen. Denn viele Genossenschaften erhielten die Landstücke von der Stadt zur sehr günstigen Preisen, sagt Alexander Brunner. «Das ist eine Art indirekte Subventionierung.»

Genossenschaften sind private Organisationen und da ist es nicht nötig, dass die Stadt sich einmischt.
Autor: Simon DiggelmannGemeinderat SP

Den linken Parteien geht diese Forderung zu weit. «Das wäre ein grosser administrativer Mehraufwand, der auf die Genossenschaften zukäme», sagt SP-Gemeinderat Pavel Silberring. Er befürchte, dass die Stadt dadurch Schwierigkeiten hätte, überhaupt noch Genossenschaften als Partner zu finden.

Das bürgerliche Komitee will das Thema trotzdem weiterverfolgen. Ein konkretes Projekt steht noch nicht, die Planung eines Vorstosses ist aber im Gang.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Stephanie von Walterskirchen (SVW)
    Alles hat seine Zeit. Und manchmal heisst es seine geliebte günstige Wohnung abzugeben, sie jemandem anderen (als Sprungbrett) zu überlassen, abzuschliessen, einen ehrlichen marktgerechten Preis zu bezahlen Ehrlichkeit ist das Beste fürs Selbstbewusstsein. Das einzig wahre. ICh habe das vor Jahren so gemacht. Und, das Schicksahl hat mich belohnt. ;-)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Geneviève Schmid (Geneviève)
      Dem kann ich nur zustimmen! Wenn man 4 - höchstens 6x den Mietzins verdienen darf, kann man doch bitte auch nicht davon sprechen, das sei "nicht viel"! Oder man hat wirklich keine Ahnung, wie viele Leute inzwischen 3000 oder 4000 CHF verdienen. Das sind Leute, die solche Wohnungen brauchen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      ... und unser Land braucht mies bezahlte Jobs, was? Und durch die Sozialwohnungspolitik auch die Gewähr, dass diese zuwandern und eine Bleibe finden können? Derweil man Leute, die es aus der Misere geschafft haben, lieber wieder über den Abgrund schubst, indem man sie aus solchen Wohnungen rausschmeisst, aufdass sie ja nichts auf die hohe Kante legen...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen