Reisemediziner proben mit dem Zürcher Tonhallen Orchester

Nach fast 30 Jahren geht das Zürcher Tonhallen Orchester wieder auf eine Tournee in Südamerika. Nur dieses Mal steht die Reise unter besonderen Vorzeichen. Mehrere Musiker bleiben aus Angst vor dem Zika-Virus zu Hause.

Ein Mücke, die den Zika-Virus in sich trägt.

Bildlegende: Ein Stich genügt um von dieser Mücke mit dem Zika-Virus infiziert zu werden. Keystone

Die Vorbereitungen des Tonhalle Orchesters für die Tournee durch Uruguay, Brasilien und Argentinien laufen schon länger. Intensiv wurde geprobt und die Reise organisiert. Es ist die erste Südamerika-Tournee nach fast 30 Jahren: Eine Reise unter besonderen Voraussetzungen.

Das Zika-Virus beunruhigt die Musikerinnen und Musiker und hat die Orchesterleitung dazu veranlasst, für einmal eine Spezialistin aus einem ganz anderen Bereich einzuladen: Eine Fachfrau für Tropenkrankheiten der Universität Zürich. Christian Schwarz vom Zürcher Tonhallen Orchester erklärt: «Wenn man weiss, wie man sich verhalten kann und soll, nimmt das die Angst».

Musiker verzichten freiwillig

Trotzdem: Für einzelne Musikerinnen und Musiker ist das Risiko zu hoch. Besonders junge Männer und Frauen, die noch in der Familienplanung sind, haben entschieden, auf die Tournee zu verzichten und zu Hause zu bleiben. Für das Orchester sei dies aber kein Problem, versichert Christian Schwarz. 99 Musikerinnen und Musiker würden immer noch nach Südamerika mitreisen.

Mückenstiche sind Berufsrisiko

Die Tournee wegen des Zika-Virus abzublasen, sei für das Orchster auf jeden Fall nie in Frage kommen: «Wir sind ein internationales Orchester und sind uns gewohnt, in ganz viele Länder zu reisen. Das ist ein Teil des Jobs». Auch nach der Atomkatastrophe in Fukushima sei man nach Japan gereist und da habe man sich definitiv weniger gut schützen können, als vor dem Zika-Virus, so Christian Schwarz.

Zika-Virus

Da Infektionen mit dem Zika-Virus Schädigungen von Föten bei Schwangeren verursachen können und gehäuft in Lateinamerika beobachtet wurden, erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 1. Februar 2016 den «Öffentlichen Gesundheitsnotstand internationalen Ausmaßes».