Rekordsteuern und ein Plus von 10 Millionen

10 Millionen im Plus statt 130 Millionen im Minus. Die Rechnung 2015 der Stadt Zürich schliesst besser ab als geplant – einmal mehr.

Meist besser als budgetiert: Der Jahresabschluss der Stadt Zürich der letzten Jahre.

8,446 Milliarden Franken hat die Stadt Zürich 2015 ausgegeben, 8,456 Milliarden hat sie eingenommen. Dass der Jahresabschluss um 140 Millionen Franken besser ist als geplant, liege einerseits daran, dass die Stadt weniger Geld ausgegeben habe. Andererseits habe sie auch gut 40 Millionen Franken mehr eingenommen, verkündet der Stadtzürcher Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne).

Unter anderem hat die Stadt Zürich 2,614 Milliarden Franken an Steuern eingenommen. Das ist so viel wie noch nie, aber weniger als ursprünglich budgetiert. Dies liegt vor allem daran, dass Privatpersonen weniger Steuern bezahlt haben als eingeplant. Von Firmen floss dagegen wieder mehr Geld in die Steuerkasse der Stadt.

Einerseits hätten Finanzdienstleister wieder mehr bezahlt, sagte Leupi. Anderseits: «Die Stadt Zürich ist heute nicht mehr so abhängig von einer Branche.» Auch Versicherungen und Industrieunternehmen würden heute grosse Steuerbeträge liefern. Insofern sei die Stadt heute breit aufgestellt.

Unterschiedliche Reaktionen

Die Stadtzürcher Parteien freuen sich über den guten Jahresabschluss. Dennoch bestehe weiterhin Handlungsbedarf, schreiben sie in ihren Mitteilungen. Die schwarze Null sei vor allem Sondereffekten zu verdanken, lautet der Grundtenor. Auf diese Sondereffekte zu setzen, sei jedoch keine nachhaltige Finanzpolitik kritisiert die FDP. Auch CVP und Grünliberale fordern, die Stadt müsse ihre Ausgaben ernsthaft überprüfen und kürzen.

Die SVP streicht hervor, dass der grösste Teil der Verbesserung den «Klassen- und Ökofeinden des rot-grünen Stadtrates» zu verdanken sei: den Banken und dem Flughafen.

Für die SP ist das positive Ergebnis ein «finanzpolitisches Ausrufezeichen». Die Alternative Liste betont im Gegensatz zur SVP, der Standort Zürich sei offenbar äusserst attraktiv für Firmen, «obwohl er nicht wie andere Gemeinwesen auf eine Tiefsteuerstrategie setzt».