René Burris «Doppelleben» im Museum für Gestaltung

Die neuste Ausstellung im Museum für Gestaltung zeigt eine unbekannte Seite des Zürcher Fotografens René Burri. Burri arbeitet nämlich nicht nur in Schwarz-Weiss, er fotografiert auch in Farbe. Einen Teil dieser Werke präsentiert er nun zum ersten Mal dem Publikum.

Zwei Männer fahren auf einem Motorrad, der hintere trägt eine rote Kiste.

Bildlegende: Havanna, Kuba, 1987 zvg/René Burri

«Mich haben Menschen und Sachen interessiert, dem wollte ich nachgehen» sagt René Burri im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Ob farbig oder schwarz-weiss, sei für ihn nicht so wichtig. Die ablehnende Haltung gegenüber der Farbfotografie kam viel mehr von der legendären Fotoagentur Magnum. Darum führte Burri eine Art Doppelleben – eines in Schwarz-Weiss und eines in Farbe.

Das Museum für Gestaltung gewährt dem Publikum in seiner neusten Ausstellung nun einen Einblick in dieses Doppelleben. Auf der einen Seite zeigt es die berühmten Schwarz-Weiss-Bilder, wie etwa den Zigarre rauchenden Che Guevara.

Auf der anderen Seiten präsentiert es unbekannte Farbfotografien. «Burri geht in den Farbbildern viel mehr Risiko ein und hat viel mehr künstlerische Ambitionen», meint der Kurator Christian Brändle.

Ein doppeltes Geburtstagsgeschenk

Der in Zürich geborene René Burri feiert dieses Jahr seinen 80. Geburtstag. Die Ausstellung im Museum für Gestaltung ist eine Hommage an den Fotografen. Gleichzeitig aber beschenkt der Jubilar das Museum und überreicht dem Haus alle Bilder der Ausstellung. 

«Das ist fantastisch», freut sich Museumsdirektor Christian Brändle. Die 150 Spitzenwerke seien absolut einmalig und weltweit begehrt. Aber auch wenn Burris Bilder als Leihgabe in der ganzen Welt unterwegs sind, kann das Publikum sie zu Hause anschauen. Die ganze Sammlung ist online – im sogenannten eMuseum.

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