«Rigoletto» provoziert Publikum

Das Zürcher Opernhaus eröffnet mit «Rigoletto» das Verdi-Jubeljahr. Präsentiert wird ein Verdi ohne Schmelz und Kitsch. Das Premieren-Publikum belohnte die Sänger mit viel Applaus. Für die Regisseurin hingegen gab es Buhrufe.

Sänger Quinn Kelsey und Sängerin Aleksandra Kurzak in blutverschmiertem Kleid.

Bildlegende: Quinn Kelsey alias Rigoletto mit Aleksandra Kurzak alias Tochter Gilda. Opernhaus Zürich, Hans Jörg Michel

«Rigoletto» ist die tragische Oper von Giuseppe Verdi, die am 11. März 1851 in Venedig uraufgeführt wurde. Rigoletto ist einerseits spöttischer Hofnarr und andererseits fürsorglicher Vater.

 

Seine Tochter Gilda erlebt zum ersten Mal die stürmischen Gefühle der Liebe. Sie hat sich ausgerechnet in den Herzog von Mantova verliebt, den Arbeitgeber von Rigoletto. Die Geschichte dreht sich um Schmerz und Leid, um Fluch und Tod.

Reduziert und karg

Um Rigolettos Geschichte zu erzählen, verzichtet Regisseurin Tatjana Gürbaca auf alles, was davon ablenkt: es gibt weder grandiose Kulissen noch tolle Kostüme. Auf der Bühne steht allein ein Tisch. Er ist riesig auf der sonst leeren schwarzen Bühne, bedeckt mit einem schneeweissen Tuch. So konsequent wie die Regie bleibt Dirigent Fabio Luisi beim schlanken Verdi-Klang. Das Premieren-Publikum reagierte vor allem auf die Regie irritiert. Die Sänger und der Chor ernteten Applaus, die Regisseurin kassierte zum Teil sehr laute Buhrufe.

Andreas Homoki, der neue Chef des Zürcher Opernhauses, hat neue Sänger und Sängerinnen, einen neuen Chef-Dirigent und eine neue Bühnensprache versprochen. In «Rigoletto» löst er alles ein. Das gefällt zwar nicht allen, aber was kann einem Theater Besseres passieren, als dass man darüber redet.