Rückenwind für Zürcher Frauenzunft

Die Gesellschaft zu Fraumünster erhält tatkräftige Unterstützung: das Zürcher Stadtparlament möchte, dass die Stadt künftig ihre Flagge hisst. Genauso, wie sie es bei den anerkannten Zünften macht. Der traditionelle Sechseläutenumzug sei genaugenommen sowieso «eine grosse Nachdemo».

Mitglieder der Frauenzunft weihen im Fraumünster ihre Flagge ein

Bildlegende: Bald auch ein Blickfang am Limmatquai: das Wappen der Gesellschaft zu Fraumünster als inoffizielle 27. Zunft-Flagge. Keystone

Die Freude bei der Gesellschaft zu Fraumünster ist gross. Und sie kommt unverhofft. Denn mit dem Vorstoss zweier grünliberaler Gemeinderäte hatten die Fraumünster-Frauen nichts zu tun. Diese reichten vor knapp zwei Jahren ein Postulat ein, wo sie den Stadtrat darum bitten, «das Beflaggungsreglement der Stadt Zürich» um das Wappen der Gesellschaft zu Fraumünster zu ergänzen.

Wenn die Frauenzunft schon nicht am offiziellen Sechseläutenumzug mitlaufen darf, soll zumindest ihre Fahne gleichberechtigt neben den anerkannten 26 Zünften am Zürcher Limmatquai gehisst werden, fanden die Postulanten. Initiant Samuel Dubno (GLP) stellte zudem fest:

« dass das Sechseläuten eigentlich die grösste Nachdemo der Stadt Zürich ist. »

Er spielte damit darauf an, dass die Fraumünster-Frauen immer noch jedes Jahr eine Demonstrations-Bewilligung brauchen, weil sie ja dem Sechseläutenumzug vorausmarschieren. Politisch schien die Zeit reif für ein Signal. Der Vorstoss wurde am Mittwochabend im Gemeinderat breit unterstütz. Die SP sprach etwa von einem «sehr sympathischen Wink mit der Fahnenstange». 

Nur SVP und einzelne FDP dagegen

Widerstand gab es vor allem von der SVP. Die Frauen seien im Zunftwesen bereits bestens integriert. Da brauche es keine Änderungen. Der Vorstoss wurde trotzdem mit 84 Ja- zu 31 Nein-Stimmen deutlich überwiesen. Der Stadtrat hat bereits signalisiert, dass er das Anliegen gerne entgegennimmt.