Rückzug aus der städtischen Politik nach fast 40 Jahren

So lange wie er haben nicht viele politisiert: Seit 1977 war Thomas Hauser (FDP) Mitglied des Schaffhauser Stadtparlaments. Nun ist er zurückgetreten. Die Familie habe es so gewollt. Dabei sitzen mit Ehefrau Katrin und Sohn Res zwei andere Mitglieder der Familie Hauser weiter im Grossen Stadtrat.

Thomas Hauser vor dem Ratssaal in Schaffhausen.

Bildlegende: Thomas Hauser vor dem Ratssaal in Schaffhausen. SRF

Mit Thomas Hauser verliert der Schaffhauser Grosse Stadtrat wohl einer seiner profiliertesten und sicher auch erfahrensten Köpfe. Der 68-jährige Hauser war ein bürgerlicher Politiker, der Brücken bauen konnte, Kompromisse suchte. Und einer, der sich nicht davor scheute, Vorstösse je nachdem auch dann zu unterschreiben, wenn sie von linker Seite kamen. «Wenn jemand recht hat, hat er recht», so Hauser.

Rauerer Umgangston im Parlament

Wie aber hält man Politik überhaupt so lange aus? «Man muss einfach Freude daran haben und Themen finden. Wenn man dann an diesen Themen dranbleiben will, geht es halt lange in der Politik.» Was ihm zuweilen aber schon zu schaffen mache, sei der Umgangston. Der habe sich in den letzten Jahren massiv verändert. Hauser vermisst zuweilen den gegenseitigen Respekt.

2008 höchster Stadtschaffhauser

Verleidet ist ihm die Politik dennoch nicht. Deshalb zieht sich der pensionierte Sekundarlehrer per Ende Februar nur aus dem Stadtparlament, nicht aber aus dem Kantonsrat zurück. Dort stellt er sich im Herbst der Wiederwahl.

Im Grossen Stadtrat sei es aber langsam genug mit drei Hausers, habe die Familie gemeint. «Wir sind nicht die Kennedys», schmunzelt Thomas Hauser, der in den letzten Jahren zusammen mit seiner Frau Katrin und Sohn Res im Stadtparlament sass. Ein Highlight für ihn als Stadtpolitiker war sein Präsidialjahr 2008. Es war übrigens das letzte Jahr, bevor der Grosse Stadtrat von damals 50 auf heute noch 36 Mitglieder verkleinert wurde. Ungern erinnert sich Hauser hingegen daran, dass er als Mitglied der Baukommission direkt am Millionendebakel mit der Kehrichtbehandlungsanlage Hard beteiligt war. «Das ärgert mich heute noch, dass ich bei diesem Mist mitgemacht habe.»

(ster; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17.30 Uhr)