Rüstige Senioren zahlen in Zürich doch mehr fürs Altersheim

Der Zürcher Stadtrat bleibt dabei: Auch gesunde Bewohnerinnen und Bewohner in den städtischen Alterszentren sollen künftig eine Grundtaxe für allgemeine Leistungen zahlen. Im Gegensatz zu seinem ersten Vorschlag für die Tariferhöhung kommt er den Betroffenen aber etwas entgegen.

Eine Bewohnerin des Zürcher Altersheims Grünau liest ihre Post in ihrer Wohnung.

Bildlegende: Die Bewohner der Stadtzürcher Alterszentren erhalten demnächst Post: Ab August sollen neue Tarife gelten. Keystone

Am Grundsatz möchte der Zürcher Stadtrat nichts ändern: Altersheimbewohnerinnen und Bewohner, welche keine Pflegeleistungen benötigen, sollen trotzdem eine Grundtaxe für allgemeine Leistungen zahlen. Denn auch sie würden bei einer Grippe oder bei Schwindelanfällen von der pflegerischen Ausbildung des Personals profitieren, ist der Zürcher Stadtrat überzeugt.

«Dank unseres ausgebildeten Personals sind wir in der Lage, kurzfristig zu reagieren, wenn jemand Hilfe braucht», begründet die Direktorin der städtischen Altersheime Rosann Waldvogel den Entscheid. Wie im Vorschlag vom vergangenen Herbst sollen die rüstigen Bewohner (Pflegestufe 0 bis 2) deshalb zehn Franken pro Tag als sogenannte Vorhalteleistung bezahlen. Neu werden dafür die Beiträge an die Hotellerie um drei Franken gesenkt. Alles in allem bezahlen gesunde Altersheimbewohner ab August 2015 also sieben Franken mehr pro Tag.

Stark pflegebedürftige Bewohnerinnen und Bewohner bezahlen mit den neuen Tarifen sogar weniger als bisher. Damit komme man dem Anliegen des Gemeinderates entgegen, ist der Stadtrat überzeugt. Dieses hatte die erste Version der neuen Tarife in der Budgetdebatte abgelehnt.