Säuliamt will Glencore-Steuergeld für die Entwicklungshilfe

Mindestens ein Zehntel des Steuergeldes, welches der Rohstoff-Gigant Glencore den Gemeinden im Knonauer Amt abliefert, soll in Entwicklungsländer fliessen, in denen Glencore aktiv ist. Das fordern mehrere Initiativkomitees.

Seine Firma ist umstritten: Glencore-Chef Ivan Glasenberg.

Bildlegende: Seine Firma ist umstritten: Glencore-Chef Ivan Glasenberg. Keystone

Auslöser war die Aufführung eines SRF-Dokfilms im Feuerwehrlokal von Hausen am Albis über eine Kupfermine in Sambia, die von Glencore betrieben wird. Die Anwohner der Mine klagen über vergiftete Böden und schwere Gesundheitsschäden wegen der giftigen Abgase. Glencore weist alle Vorwürfe zurück.

«Eingeschlagen wie eine Bombe»

Bei den rund 50 Zuschauerinnen und Zuschauer im Feuerwehrlokal hat der Film seine Wirkung nicht verfehlt. «Das hat eingeschlagen wie eine Bombe. Von diesem Moment an war klar, dass wir etwas machen müssen», sagt Helena Heuberger aus Obfelden gegenüber Radio SRF. Sie gründete darauf eines von sechs überparteilichen Initiativkomitees. Diese verlangen, dass Glencore-Steuergeld nicht nur in die Gemeindekassen fliesst, sondern auch in die betroffenen Entwicklungsländer. Mindestens ein Zehntel soll für die Entwicklungshilfe abgezweigt werden. Bereits stimmte die Gemeindeversammlung Hedingen der Initiative zu. Weitere Abstimmungen folgen.

360 Millionen Steuergeld

360 Millionen Franken musste Glencore-Chef Ivan Glasenberg nach dem Börsengang dem Kanton Zürich an Steuern abliefern. Knapp die Hälfte davon wurde an die Zürcher Gemeinden überwiesen - auch ins «Säuliamt», wie das Knonauer Amt im Volksmund genannt wird. Bei den Gemeinden ist man nicht gerade begeistert über die neue Volksbewegung. Steuereinnahmen seien willkommene Einnahmen, da frage man nicht nach dem Hintergrund, sagt etwa der Hediger Finanzgemeinderat Bertram Thurherr.

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