Schaffhausen ködert Firmen mit Steuerreduktion

Die Unternehmenssteuerreform III schafft Steuerprivilegien ab. Der Kanton Schaffhausen befürchtet, viele Firmen könnten deshalb wegziehen. Also lockt er sie mit einem neuen Zückerchen: Schaffhausen will die Gewinnsteuer halbieren.

Fabrikgebäude mit Kamin und Signet SIG

Bildlegende: Schaffhauser Firmen wie die SIG sollen nicht mehr als rund 12 Prozent Steuern zahlen. Keystone

Rund 3000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel: Mit dem Wegfall bisheriger Privilegien durch die bundesweite Unternehmenssteuerreform befürchtet der Kanton Schaffhausen den Wegzug vieler Firmen. Rund 400 Unternehmen wären massiv betroffen; sie liefern zusammen 55 Millionen Franken Steuergelder ab, die Hälfte dessen, was alle Firmen im Kanton zahlen. Und mit der Unternehmenssteuereform III müssen sie bis zu doppelt soviel Steuern bezahlen wie heute.

Um dem Exodus vorzubeugen, gibt der Kanton Schaffhausen Gegensteuer: Die Regierung will die Gewinnsteuer halbieren. Die steuerliche Belastung läge auf diese Weise unter dem Strich dann bei rund 12 Prozent, was nach Angaben des Schaffhauser Regierungsrat dem internationalen Standard entspricht.

«Wenn dann alle anderen Faktoren des Wirtschaftsstandorts gut sind, gibt es für die Firmen keinen Grund mehr, sich abzusetzen», sagt die Schaffhauser Finanzdirektorin Rosmarie Widmer Gysel. Und selbst wenn nur 60 Prozent aller Firmen dem Kanton die Treue hielten, wären die Finanzen im Lot. Weiterer Vorteil der Massnahme: Alle Schaffhauser Unternehmen würden mit ihr vor dem Fiskus gleich.