Schaffhauser Bahnwagen bleiben auf dem Abstellgleis

Trotz Teilsieg vor Bundesverwaltungsgericht kann der Verein Seetal-Wagen seine Nostalgiefahrten noch nicht anbieten. Der Verein müsse nachweisen, dass das Asbest in der Aussenisolation für die Passagiere ungefährlich sei.

alte Bahnwagen auf offener Strecke

Bildlegende: Wagen WR 10119 unterwegs bei Ramsen. Bis Nostalgiefahrten möglich sind, braucht es weitere Asbestmessungen. zvg

Der Schaffhauser Verein Seetal-Wagen will mit fünf historischen SBB-Wagen Nostalgiefahrten durchführen. Vor über einem Jahr hat der Verein die alten Wagen gekauft, bisher allerdings keine Bewilligung vom Bundesamt für Verkehr erhalten. Vor Bundesverwaltungsgericht hat der Verein nun einen Teilsieg erzielt, die alten Wagen dürfen allerdings noch immer nicht auf die Schiene.

Bahnwagen als Asbest-Schleudern?

Der Grund dafür, dass dem Verein Seetal-Wagen bisher keine Bewilligung vorliegt: Asbest in der Aussenisolation. Das Bundesamt für Verkehr hat deshalb entschieden, es brauche eine vollständige Sanierung. Der Verein will das nicht akzeptieren. Schliesslich seien die Wagen - darunter ein Speisewagen - seit den 1950er Jahren in Betrieb und immer ordnungsgemäss gewartet worden.

Teilsieg vor Bundesverwaltungsgericht

Immerhin hat der Verein nun vor Bundesverwaltungsgericht einen kleinen Erfolg verzeichnet. Auch das Gericht sieht nicht ein, warum eine aufwändige Asbestsanierung notwendig sei. Der Eisenbahner-Verein müsse einfach nachweisen können, dass für die Passagiere keine Gefahr bestehe. Bereits im Sommer 2013 wurden von einer Spezialfirma Messungen durchgeführt, sie ergaben, dass der Grenzwert um das Zehnfache unterschritten ist.

Das Bundesamt für Verkehr hat an der Art und Weise der Messung allerdings noch immer etwas auszusetzen. Nun wird weiterhin darum gestritten, wie zu messen ist. Eine Prognose, wann die historischen Wagen wieder fahren dürfen, lasse sich daher nicht machen, sagt Christoph Felix, Vorstandsmitglied des Vereins Seetal-Wagen, im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».