Schaffhauser Kulturgüterdepot massiv verteuert

Die Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Beim Bau des neuen Schaffhauser Kulturgüterdepots wurden die Kosten massiv überschritten. Grund dafür sind Mängel im Management. Rechtliche Konsequenzen hat der Schlendrian aber keine.

Viele alte wertvolle Stühle in Reih und Glied aufgestellt in einem Raum

Bildlegende: Die neue Heimat für Schaffhausens Museumsgüter ist zu teuer geraten. SRF

Fast zwölf Prozent zu teuer ist die neue Schatzkammer des Schaffhauser Museums zur Allerheiligen geraten. Das zeigt sich aus der Bauabrechnung, die der Stadtrat dem Parlament nun vorgelegt hat. Das Bauprojekt stammt von 2102, die Abrechnung kommt aber erst jetzt, weil die Stadt zuerst abklären wollte, woher die Kostenüberschreitungen stammten.

Nun zeigt sich: Der vom Volk im März 2012 bewilligte Baukredit von knapp 4,4 Millionen Franken wurde um fast 600'000 Franken überschritten. Sowohl der Neubau des jetzigen Kulturgüterdepots als auch der Lifteinbau am alten Ort, der einer neuen Nutzung zugeführt wurde, sind teurer ausgefallen als budgetiert.

«  Es dünkt uns, nun sei alles sichergestellt. »

Raphael Rohner
Stadtpräsident von Schaffhausen

Gründe dafür sind laut Stadtrat Mängel im Projektmanagement und in den Abläufen der Baukommission. Die Baukommission habe während der gesamten Realisierungsphase kein einziges Mal getagt. Auch sei der damalige Abteilungsleiter nicht ins Projekt involviert gewesen. Der Stadtrat hat bereits Massnahmen eingeleitet, damit solche Kostenüberschreitungen nicht mehr vorkommen.

Keine rechtlichen Schritte

Rechtliche Konsequenzen soll der Schlendrian keine haben: Man habe keine grobfahrlässigen Verletzungen von Amtspflichten feststellen können, sagt der Stadtrat. Man könne demnach niemanden zur Verantwortung ziehen.