Schlussstrich unter ein teures Experiment

Die Kehrichtbehandlungsanlage Hard soll finanziell saniert werden. Es werden aber nur noch Schulden abgebaut. Aufgerüstet wird die Biogasanlage nicht mehr.

Zuerst die gute Nachricht: Jene Teile der Kehrichtbehandlungsanlage KBA Hard, die funktionieren, schreiben Gewinn. Das Geschäft mit dem Kehricht, der zu Ballen gepresst wird, sowie die Biogasanlage rentieren. Küchenabfälle vergären zu Strom für gegen tausend Haushalte.

«  Mit Speiseresten kann man Biogas produzieren und Strom erzeugen. Das funktioniert ganz gut. Dafür ist die Anlage technisch ganz gut geeignet. »

Markus Franz
Betriebschef KBA Hard

Der Haken: Die Küchenabfälle müssen gärfähig angeliefert werden, also vorbehandelt werden. Die Grünabfälle aus der Region können nur zu einem kleinen Teil verwendet werden, denn sie müssten zuerst zu einem Brei gestampft werden. Doch dafür hätte die Anlage KBA Hard aufgerüstet werden müssen, was sie nun nicht wird. Denn der Wettbewerb im Abfallmarkt habe sich derart zugespitzt, dass sich weitere Investitionen nicht lohnten, so der Schaffhauser Stadtrat Rafael Rohner.

Die schlechte Nachricht: Der Gewinn der KBA Hard wird von den jährlichen Abschreibungen sofort wieder aufgefressen, so Rohner weiter. Um aus der Verschuldung zu kommen, wird die Anlage nun finanziell saniert.

Die Verbandsgemeinden bezahlen somit jährlich 760'000 Franken an die KBA Hard. Gemäss Verteilschlüssel bedeutet dies für die Stadt Schaffhausen gut 530'000 Franken im Jahr, für Neuhausen am Rheinfall über 150'000 Franken. Mit der finanziellen Sanierung soll die KBA Hard von Altlasten befreit werden, so dass sie in fünf Jahren schwarze Zahlen schreibt.

«Wir ziehen damit einen finanziellen Schlussstrich unter dieses unsägliche Kapitel», sagte Finanzreferent Daniel Preisig am Montag vor den Medien. Auch das Darlehen der Stadt Schaffhausen soll so zurückbezahlt werden.