Schmerzhafte Sparrunde in Winterthur

Um den pauschalen Sparauftrag des Gemeinderates von 5,5 Millionen Franken umzusetzen, will der Winterthurer Stadtrat vor allem beim Personal sparen: So gibt es in Alterszentren weniger Stellen. Auch Projekte werden gestrichen: Auf den Bau eines Stalls und eines Rechenzentrums wird verzichtet.

Zwei Seniorinnen warten auf das Mittagessen.

Bildlegende: Froh ist, wer den Tee noch selber trinken kann: In Winterthurer Alterszentren werden Stellen gestrichen. Keystone

Die neuesten Sparmassnahmen, die der Winterthurer Stadtrat am Mittwoch präsentiert hat, werden praktisch alle Winterthurerinnen und Winterthurer in der einen oder anderen Form zu spüren bekommen:

Gespart wird vor allem beim städtischen Personal: So werden Stellen nicht oder nur verzögert neu besetzt. In den Alterszentren werden die Seniorinnen und Senioren von weniger Personal betreut, konkret wird pro Wohngruppe eine halbe Stelle gestrichen. Auf die Wiederbesetzung der sogenannten «Graffiti-Stelle» wird verzichtet, Schmierereien an Hauswänden werden also nicht mehr sofort entfernt. Auch bei der Polizei wird gespart: Polizisten müssen zuhause bleiben und Überstunden abbauen. Weitere Sparmassnahmen sind zum Beispiel der Verzicht auf ein Nachfolge-Projekt «Römerpark» für schulisch schwache Jugendliche oder neue ÖV-Leistungen, die nicht vom Zürcher Verkehrsverbund finanziert werden. Im Theater Winterthur werden zudem die Preise angehoben.

Verzicht auch auf Neues

Verzichten will der Stadtrat vorerst auf den Neubau eines Stalls mit Scheune für den städtischen Bauernhof in Seen. Damit werden gut 1,6 Millionen Franken eingespart. Um 5,75 Millionen Franken entlastet wird das Budget durch den vorläufigen Verzicht auf ein zweites städtisches Rechenzentrum. Hier wird die Zusammenarbeit mit einer anderen öffentlichen Verwaltung geprüft. Der Antrag an den Grossen Gemeinderat für einen wiederkehrenden Zusatzkredit von 150'000 Franken für eine Subventionserhöhung zugunsten des Musikkollegiums Winterthur wird ausserdem zurückgezogen. Das Anliegen wird im Gesamtzusammenhang mit dem Sanierungsprogramm «effort14+» ab Budget 2014 überprüft.