Schreckliches passiert in «Nichts Passiert»

Ein Familienvater wird Mitwisser einer Vergewaltigung eines Mädchens. Der Mitwisser macht nichts. Und verstrickt sich in ein Lügennetz. Der Zürcher Regisseur Micha Lewinsky will mit seinem neuen Film aufrütteln und erreichen, dass über sexuellen Missbrauch geredet wird.

Der Zürcher Regisseur Micha Lewinsky in Jeansjacke und weissem Hemd vor blauem Hintergrund

Bildlegende: Regisseur Micha Lewinsky will, dass nicht weggeschaut wird. ZVG

Bekannt wurde der 43-jährige Micha Lewinsky als Drehbuchautor und Regisseur für Komödien wie «Der Freund» oder «Die Standesbeamtin». Mit seinem neuesten Film hat er sich einem ernsten Thema gewidmet. Es geht um sexuellen Missbrauch und das Mitwissertum. Ein Familienvater verstrickt sich in eine Lügengebäude, nachdem er mitbekommen hatte, dass ein Mädchen vergewaltigt wurde. Die Hauptrolle spielt der deutsche Schauspieler Devid Striesow, bekannt aus der Serie Tatort.

Wo beginnt die Schuld

Es sei ein persönlicher Film, sagt Lewinsky. Er wolle erreichen, dass über sexuellen Missbrauch geredet werde. Und dass Mitwisser Verantwortung übernähmen. Denn normalerweise würden nur fünf Prozent der Fälle von sexuellem Missbrauch überhaupt den Opferhilfestellen mitgeteilt. Ihn interessiere die Frage, wo Schuld beginne, wo man als Mitwisser eingreifen müsse, um nicht Teil der Täterschaft zu werden. Trotz lustiger Stellen sei der Film kein Slapstick, betont Lewinsky. Für den Film habe er sich beraten lassen von der Opferberatungsstelle «Schlupfhuus».

«Nichts Passiert» ist nominiert für den Zürcher Filmpreis.

(hugk; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17.30 Uhr)

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