«Schulleiter als Manager ist eine unbegründete Angst»

Schulleiter müssen künftig im Kanton Zürich kein Lehrdiplom mehr besitzen. Die Stimmbevölkerung sagt mit fast 68 Prozent deutlich Ja zu den Anpassungen im Personalgesetz der Volksschullehrer. Damit würden aber die Schulleiter nicht zu Managern, verspricht Regierungsrätin Regine Aeppli.

Rechts ein Lehrer, sitzend, mit Brille, links ein Schüler, ca. 7, blond, mit blauem T-Shirt.

Bildlegende: Eine engere Beziehung zwischen Lehrer und Schüler - das erhofft sich Regierungsrätin Regine Aeppli. Keystone

Schulbehörden im Kanton Zürich können künftig auch Schulleiter ohne Lehrerdiplom einstellen. Das Stimmvolk hiess die Anpassung des Lehrpersonalgesetzes an der Volksschule mit knapp 68 Prozent zu.

Schulleitungen künftig «gemanagt»?

Gegen das Gesetz hatte die Gewerkschaft VPOD das konstruktive Referendum ergriffen. Der Gegenvorschlag wurde aber mit 42 Prozent abgelehnt. «Wir sind nach wie vor der Meinung, dass ein Schulleiter von der Schule eine Ahnung haben sollte, um die Qualität aufrecht zu erhalten», sagt Urs Loosli, Präsident des Berufsverbandes der Sekundarlehrkräfte. «Die Schulpflege hat nun die Aufgabe, jenen 42 Prozent Rechnung zu tragen, die keine Manager in der Schulleitung wollen», fordert er.

Engere Beziehung zwischen Lehrer und Schüler

Manager als Schulleiter - das sei eine unbegründete Angst, hält die zuständige Zürcher Regierungsrätin Regine Aeppli dagegen.

«Die Schulgemeinden wissen ja, wie eine Schule funktioniert und sie wissen, dass sie jemanden brauchen, der zum Lehrkörper passt.» Sie sei sehr froh über die deutliche Zustimmung.

Wichtiger als die Schulleitungen findet Regine Aeppli aber die Mindestpensen, welche ebenfalls Teil der Änderungen im Personalgesetz waren. Neu sollen weniger Lehrpersonen für eine Klasse verantwortlich sein. «Damit wird die Beziehung zwischen Schülerinnen und Lehrern gestärkt.»