Schwarzweiss, aber alles andere als farblos

Sie gehörten zu den ersten Fotoreportern der Schweiz: Die Zwillinge Bruno und Eric Bührer. 60 Jahre arbeiteten sie für die Schaffhauser Nachrichten und tun das ab und zu heute noch. Nun feiern sie ihren 80. Geburtstag. Die Galerie Mera widmet ihnen eine Ausstellung.

«B. + E. Bührer»: Das ist so etwas wie ein Markenzeichen und sehr häufig die Unterschrift unter den Bildern der zwei Fotografen. Egal, ob das Bild nun Eric oder Bruno geschossen hat.

Wer es im Einzelfall auch war: Die «Bührer-Buebe», wie man ihnen in Schaffhausen heute noch liebevoll sagt, sind sich da im Rückblick übrigens auch nicht immer so einig. Dann müssen sie die Beschriftung des Filmnegativs studieren. Die Schrift ist eine der wenigen Merkmale, anhand derer man die eineiigen Zwillinge unterscheiden kann. «Ob das Bild nun von Bruno oder mir stammt, spielt keine Rolle. Wir sind schliesslich eins», meint Eric.

Prominenz und die einfachen Leute auf der Strasse

Seit sechzig Jahren arbeiten Bruno und Eric Bührer fast ausschliesslich für die Schaffhauser Nachrichten. Sie entschieden sich nach der Ausbildung in Zürich und Paris bewusst für eine Karriere in der Provinz, waren aber nie provinziell. Die Bührers reisten viel, hatten Berühmtheiten wie Künstler Andy Warhol und Tänzerin Josephine Baker vor der Linse. Die stärksten Bilder schossen sie wohl aber, wenn es um die einfachen Leute ging: den Berufsfischer am Untersee, die Wäscherinnen am Rhein bei Diessenhofen oder die Passagiere auf der letzten Fahrt des «Schlaatemer Bähnli».

«Verrat an der Fotografie»

Die Galerie Mera in Schaffhausen zeigt nun zum 80. Geburtstag von Bruno und Eric Bührer eine kleine Auswahl ihrer Bilder. Ihr Archiv umfasst inzwischen über eine Million Fotografien. Es handelt sich dabei ausschliesslich um analog fotografierte, klassische Schwarzweiss-Fotos. Solche, «bei denen man noch richtig mit dem Licht arbeiten musste», sagt Eric Bührer. Mit der Digitalisierung der Fotografie hatten die Zwillinge ihre liebe Mühe, wie sie zugeben, obwohl auch sie mit der Zeit gehen mussten und umgestellt haben. Die Qualität der Pressebilder habe sich aber verschlechtert, sind sie überzeugt, weil heute jeder und jede nur noch drauflos knipse. Und dass die Bilder heute am Computer bearbeitet, oft sogar manipuliert werden, hält Eric Bührer für einen Verrat an der Fotografie.

(ster; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)

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