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Zürich Schaffhausen Schweizer Zelthersteller Spatz muss Konkurs anmelden

Sommerlager oder Campingferien – untrennbar damit verbunden sind die unverwüstlichen Gruppenzelte des Zürcher Herstellers Spatz. Jetzt muss das Kleinunternehmen Konkurs anmelden. Eine über 80-jährige Schweizer Traditionsmarke steht vor dem Aus.

Ein Spatzzelt und viel Gepäck auf einem Sommerlager-Platz.
Legende: Langlebig und mit Kultstatus bei Jugendorganisationen: Die rehbraunen Gruppenzelte des Schweizer Herstellers Spatz. Keystone

Es gibt wohl wenige Menschen in der Schweiz, die nicht schon einmal in einem Zelt der Marke Spatz übernachtet haben. Kaum ein Sommerlager von Jugendorganisationen oder Campingferien von Familien, wo nicht die rehbraunen Gruppenzelte aufgebaut werden. Die langlebigen Zelte wird es aber voraussichtlich nicht mehr geben, denn der Hersteller Spatz Camping&Outdoor AG musste Konkurs anmelden.

Glücklos trotz Umstrukturierung

Marc Jansen, der neue Besitzer von Spatz, wagte vor rund einem Jahr einen Neustart. Die bisherige Zeltproduktion in der Stadt Zürich wurde zusammen mit einem Ladenlokal nach Wallisellen verlegt. Jansen wollte zudem mit neuen Produkten die 80-jährige Traditionsmarke für Qualitätszelte zu neuem Leben erwecken.

Das hat nicht funktioniert und am 21. Januar wurde über das Unternehmen Spatz gemäss Meldung des Konkursamtes Wallisellen der Konkurs eröffnet. Seit Anfang Jahr ist auch der Laden geschlossen, wie die Besitzerin der Räumlichkeiten, Allreal, einen Bericht des «Tages-Anzeigers» bestätigt.

Laut dem Regionaljournal Zürich Schaffhausen wurde fast allen 20 Angestellten gekündigt. Nicht betroffen sind die Mitarbeiter, die für Reparaturen und Sonderanfertigungen zuständig sind, denn Spatz garantiert auf seine Zelte zehn Jahre Garantie. Wie es mit den noch weiter beschäftigten Mitarbeitern weitergeht, ist noch unklar.

Als Hauptgründe für das Ende des Outdoor-Geschäfts nennt Jansen die fehlende Laufkundschaft am neuen Ladenstandort, die Frankenstärke und das Wetter im vergangenen Jahr. Die schneearme Wintersaison und der sehr schöne Sommer hätten den Absatz von Outdoorkleidern gebremst. Spatz fehlten darum die nötigen liquiden Mittel, darunter auch für die offene Ladenmiete.

Die Zeltmarke Spatz wurde 1935 von Hans Behrmann gegründet. Er entwarf unzählige Zeltmodelle und entwickelte technische Verbesserungen für den Zeltbau. Der spezielle Baumwollstoff für das Aussenzelt und die Aluminium-Zeltstangen werden vollständig in der Schweiz produziert. Die Spatz-Zelte werden in der eigenen Werkstatt genäht.

Versuch des Wandels

Versuch des Wandels

2011 hatte «ECO» Albert Keel begleitet, der den CEO-Posten von Spatz übernommen hatte. Er wollte zu schnell zu Vieles verändern – und verliess das Unternehmen nach kurzer Zeit. Seine Aussage damals: «Wenn wir so weitermachen, gibt es uns in drei Jahren nicht mehr». Zum Video

5 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Solche von Strassen unabhängige Verkehrsprojekte scheitern vorwiegend deshalb, weil die Strassenlobby u. Strassenfahrzeug-Industrie (PW, LKW) gepaart mit der Öl-/Treibstoffindustrie ein Weltmonopol besitzen. Auch Bund, Kantone, Gemeinden werden auf die Pfründe der Steuern u. Abgaben nie und nimmer verzichten. Das Stimmvolk hätte es zwar in der Hand. Aber sie jammern lieber über Abzockerei, Stau, Lärm u. Umweltbelastung.
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  • Kommentar von Christian Assmann-Vogelgesang (Ch.Assmannu)
    Todgesagte leben länger........ich bin überzeugt, das Spatz Zelt, hat das Potential, International die Branche im oberen Segment zu bereichern. Sehr viel Kapital, die nötige Ausdauer und ein internationales Marketing garantiert den Erfolg. Nach Viktorinox, Land Rover etc. ein Must-have! Bis bald mein Spatz
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  • Kommentar von Peter Enis (P. Enis)
    Das schlechte Wetter, der Standort und sonstige Ausreden sind sicher ein Grund für dieses Scheitern. Das Hauptproblem ist aber vielmehr: - schlechte Personalführung - Überheblichkeit der Geschäftsleitung, - Fehlende interne Kommunikation, - Misswirtschaft, - Fehlendes Teamwork - Blindheit gegenüber nackter Tatsachen, - Falsches Marketing, was schliesslich zum Genickbruch führte... Schade, man hätte fast alles besser machen können... Leider von aussen nicht einsehbar!
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