Sechseläuten: Luzern gibt Zünften einen Korb

Das hat es noch nie gegeben: Seit die Zürcher Zünfte Gastkantone ans Sechseläuten einladen, haben sie stets erfreute Zusagen erhalten. So auch vom Kanton Luzern für das Jahr 2015. Doch nun macht Luzern einen Rückzieher. Der Auftritt sei zu teuer. Für einen neuen Gastkanton wird es nun eng.

Kopf des Bööggs kurz vor der Explosion.

Bildlegende: Der Böögg 2015 wird ohne Luzerner Gäste verbrennen, Keystone

Sorry, aber wir können doch nicht kommen. So oder ähnlich dürfte die Absage der Luzerner Regierung getönt haben. Denn als das Zentralkomitee der Zünfte Zürich (ZZZ) den Kanton im Jahr 2012 angefragt hatten, sagte Luzern noch zu. So sind es sich die Zürcher Zünfte auch gewohnt: Wen sie zum Sechseläuten einladen, der kommt. «Wir haben noch von keinem Kanton eine kategorische Absage erhalten», sagt Andreas Weidmann vom ZZZ im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Doch nun erhalten die Zürcher einen Korb. «Das gab es noch nie», sagt Weidmann. Offizieller Grund des Kantons Luzern: zu viele Reisen im 2014, zu wenig Geld in der Staatskasse, wie das Luzerner Onlineportal «Zentral+» schreibt.

Herausforderung für die Zünfte

«Das bringt uns schon etwas Schwierigkeiten», kommentiert Weidmann. Denn der Auftritt am Sechseläuten sei für Gastkantone ein Grossereignis. «Das kann man nicht einfach aus der Schublade ziehen.» Deshalb laden die Zünfte die Gastkantone jeweils ein, sich das Sechseläuten schon ein Jahr vor ihrem Auftritt anzuschauen.

Deshalb gilt es jetzt, bis zum Sechseläuten Ende April einen neuen Gastkanton aufzutreiben. «Priorität haben Kantone, die noch nie zu Gast waren», sagt Weidmann. Tiefer will er sich aber nicht in die Karten blicken lassen.

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Luzerner geben Zünftern Korb

1:55 min, aus Schweiz aktuell vom 20.2.2014