Seile aus Bananenblättern bannen die Stolper-Gefahr

Verstopfte Tramschienen am Zürcher Limmatquai: Mit dicken Seilen aus Bananenblättern ist die EM-Strecke für die Geher präpariert worden. Sie sind auf möglichst ebenen Boden angewiesen.

Zivilschützer verlegen die Bananentaue in die Tramschienen am Limmatquai.

Bildlegende: Die Bananentaue werden in der EM-Woche dreimal verlegt und wieder entfernt. Keystone

Anderthalb Jahre brüteten die Organisatoren über das Problem. Wie kann verhindert werden, dass die Geher an der Leichtathletik-EM über die Tramgleise stolpern? Sie fanden die Lösung in Holland.

In Den Haag werden jeweils die Gleise mit dicken Seilen aus Bananenblättern gefüllt, wenn die Königsfamilie mit den Kutschen ausfährt. Es habe keine bessere Lösung gegeben, sagt Kaspar Egger, der für die Geher-Strecke verantwortlich ist: «Wir probierten es auch mit Sanitärschläuchen.» Die Bananen-Seile sind geeigneter als die hier gebräuchlichen Hanf-Seile, weil sie wesentlich wasserresistenter sind.

Am Mittwochmorgen war es soweit: Da die Geher-Strecke in der Zürcher Innenstadt am Limmat-Quai entlang führt, sind die Tramschienen zwischen Bellevue und Central erstmals mit den Bananentauen verstopft worden. Zivilschützer verlegten die 3,5 Zentimeter dicken Seile ein erstes Mal. Sie werden die Taue im Laufe der EM-Woche dreimal in die Schienen hineinzwängen und wieder entfernen.

Bewährungsprobe bestanden

Der 20-Kilometer-Geher-Wettkampf der Männer begann am Vormittag um 9.20 Uhr. Die königlichen Seile hielten, was man sich davon versprochen hatte: Laut den Organisatoren ist kein Geher ins Stolpern geraten.