Senioren am Steuer

In der Stadt Zürich fehlt es an Tram- und Buschauffeuren. Die Zürcher Verkehrsbetriebe setzen deshalb seit einem halben Jahr auf Altbewährtes. Pensionierte Tramchauffeure und Buschauffeusen können, wenn sie möchten, weiterarbeiten. So wollen die VBZ die Lücken im Arbeitsplan stopfen.

Sechser Tram der Verkehrsbetriebe Zürich in Richtung Bahnhof Enge unterwegs.

Bildlegende: Wird es im VBZ-Einsatzplan eng, springen Seniorinnen und Senioren ein. Keystone

Es ist ein Problem, welches viele private Firmen, aber auch die öffentliche Hand kennen. Es fehlt an qualifizierten Arbeitskräften. Bei den Verkehrsbetrieben der Stadt Zürich bedeutet das, es gibt zu wenig Bus- und Tramchauffeure. Betriebsleiter Jürg Widmer: «Wir stellen jedes Jahr rund 100 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Fahrdienst ein. Und es ist nicht einfach, so viele neue Kräfte auch immer zu rekrutieren.» Deshalb haben die VBZ vor einem halben Jahr das Pilotprojekt «66plus» gestartet, welches ehemaligen, pensionierten Tram- und Buschauffeuren erlaubt, auch nach der Pensionierung weiterzuarbeiten.

Zustupf zur Rente

Jürg Widmer räumt ein, dass nicht alle Seniorinnen und Senioren aus purer Arbeitsfreude beim Projekt mitmachen würden, manche seien auch froh, um das zusätzliche Einkommen: «Bevor wir dieses Pilotprojekt gestartet haben, hatten wir viele Mitarbeiter, die zu Firmen gewechselt haben, bei welchen sie länger arbeiten durften». Aktuell fahren neun Pensionäre für die VBZ Bus oder Tram.

Einer davon ist der 66-jährige Thomas Perret: «Ich habe Spass am Arbeiten. Und es ist körperliche und geistige Fitness». Fit und spontan muss er sein. Meist wird er sehr kurzfristig angefragt und muss dann Einspringen, wenn eine Lücke im Arbeitsplan entsteht. Für den Pensionär Thomas Perret ist das kein Problem und für die VBZ eine grosse Chance.