Senioren im Tram-Cockpit

Fahrerinnen und Fahrer von Trams und Bussen sollen in der Stadt Zürich auch über das Pensionsalter hinaus arbeiten können. Der Stadtrat hat einen Pilotversuch «66 plus» für das VBZ-Fahrpersonal bewilligt. Gewerkschaftler sind skeptisch.

Auch nach 65 noch unterwegs: VBZ-Chauffeure sollen länger fahren dürfen.

Bildlegende: Auch nach 65 noch unterwegs: VBZ-Chauffeure sollen länger fahren dürfen. Keystone

Die VBZ bauen ihr Angebot kontinuierlich aus, bekunden aber Mühe, genügend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Fahrdienst zu gewinnen. Erschwerend für die Zukunft komme hinzu, dass bereits rund ein Sechstel der Fahrer über 58 Jahre alt und damit zum Altersrücktritt berechtigt sind.

Mit dem Versuch «66plus» sucht die VBZ nun Fahrerinnen und Fahrer, «die nach der Pensionierung weiterarbeiten wollen und fit sind», erklärte Betriebsleiter Jürg Widmer in einer Mitteilung.

Das maximale Arbeitspensum für die Senioren beträgt 40 Prozent. Weiterfahren können sie bis zum 70. Geburtstag. Zudem müssen sie sich jedem Jahr einem medizinischen Check unterziehen, damit die Sicherheit gewahrt werde. Dies gilt aber schon heute bereits für alle Fahrerinnen und Fahrer über 60.

Die VBZ werden die Erfahrungen in einem Bericht festhalten. Schon heute ist jedoch ein ähnlicher Versuch für Gesundheitsberufe in Vorbereitung.

Gewerkschaft ist kritisch

Die Gewerkschaft VPOD unterstützt den Pilotversuch, wie Gewerkschaftler Duri Beer auf Anfrage des «Regionaljournals Zürich Schaffhausen» mitteilt. Jedoch nur vorläufig. «Langfristig ist dies sicher keine tragfähige Lösung», sagt Beer. «Grundsätzlich sind wir immer skeptisch, wenn es um die Verlängerung des ordentlichen Pensionsalters geht.» Es könne sein, dass auf VBZ-Mitarbeiter Druck ausgeübt werde, länger zu arbeiten, als sie dies eigentlich wollten.