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Zürich Schaffhausen Sexualbegleitung für Behinderte: Wenig Interesse an Lehrgang

Anfang Mai startet das Zürcher Institut zur Selbstbestimmung Behinderter ISBB den ersten Lehrgang für Sexualbegleitung. Die Begleiterinnen und Begleiter sollen gegen Bezahlung Sex mit Behinderten haben. Für den Lehrgang gibt es deutlich weniger Bewerbungen als erwartet.

Legende: Audio Neuer Beruf: Sexualbegleitung (Michael Ganz, 26.3.2013) abspielen.
1:54 min

Sexualbegleitung ist Prostitution für Behinderte, allerdings mit ethischem Anspruch. Die beim ISBB Zürich ausgebildeten Sexualbegleiterinnen und Sexualbegleiter sollen Menschen mit körperlichem Handicap gegen Geld «eine emotionale Partnerschaft wie im richtigen Leben» bieten, sagt der Leiter von ISBB Zürich, Erich Hassler.

Dazu gehören auch - falls von beiden Seiten ausdrücklich gewünscht - sexuelle Erfahrungen und Handlungen bis hin zum Geschlechtsverkehr.

Früheres Projekt gestoppt

Dies unterscheidet die Sexualbegleiter von den Berührern und Berührerinnen, wie sie die Stiftung Pro Infirmis 2004 einführte. Damals bewarben sich rund 300 Interessierte für eine Arbeit als Berührer. Das Angebot warf hohe Wellen; aufgrund der harschen Kritik und ausbleibender Spenden musste Pro Infirmis das Experiment bald wieder abbrechen.

In den darauffolgenden drei Jahren bildete die Fachstelle Behinderung und Sexualität unter der Leitung von Ahia Zemp dann insgesamt 18 Sexualassistentinnen und Sexualassistenten für Behinderte aus. Beischlaf war allerdings auch hier tabu.

Grosse Nachfrage - kleines Angebot

Mit seinem ersten Lehrgang führt das ISBB Zürich jenes Experiment nun also weiter, und dies mit einem wie erwähnt freizügigeren Angebot. Es folgt einem Modell aus Norddeutschland, wo dasselbe Institut schon seit mehreren Jahren diese Art von Sexualbegleitung anbietet.

Erich Hassler hat für sein Zürcher Ausbildungsangebot eigentlich mit mindestens zehn Anmeldungen gerechnet. Nun wollen sich aber nur fünf Frauen und ein Mann zu Sexualbegleiterinnen und Sexualbegleitern ausbilden lassen. Für dieses geringe Interesse hat Hassler keine Erklärung. Die Nachfrage bei behinderten Menschen nach professionellen Liebesdiensten sei jedenfalls weiterhin gross.

Legende: Video Sex im Altersheim abspielen. Laufzeit 4:56 Minuten.
Aus 10vor10 vom 27.07.2011.

9 Kommentare

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  • Kommentar von elize naude, zürich
    @ alois den haben sie diese artikel nicht richtig gelesen! schade :-(
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    1. Antwort von Alois Wutz, Gerlafingen
      Doch, doch, das habe ich. Sie befürchten Missbrauch, dagegen sehe ich die Sache aus der Sicht des "normalen" handicapierten Menschen. Die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen beweist, dass hier durchaus Handlungsbedarf besteht. Ich frage mich bloss, wie um Gottes Willen Sie auf Missbrauch kommen? Gerade das soll doch mit der entsprechenden Ausbildung verhindert werden! Mögen Sie diese kleine Freude den Behinderten nicht gönnen??
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  • Kommentar von Alois Wutz, Gerlafingen
    Aha, also dürfen laut Ihrer Meinung z.B. Rollstuhlfahrer ihre Bedürfnisse nicht ausleben? Der Vorwand des Missbrauchs ist geradezu lächerlich, da ja der Auftraggeber für diesen Dienst bezahlt.
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    1. Antwort von elize, naude
      ich arbeite selbst in ein heim mit geistige behinderte bewohner/innen… wir machen alle immer wieder die erfahrung das ein/eine bewohner/innen falsch interpretiert werden in bezug auf alltägliche belangen… wir haben auch den auftrag unsere bewohner/innen zu schützen… das wäre nicht möglich. männer & frauen mit ein gesunde wahrnehmung und sexualität weiss auch dass es noch etwas wie selbstbefriedigung gibt… dafür brauchen es keine prostutierte...
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    2. Antwort von Alois Wutz, Gerlafingen
      Also sind laut Ihnen gleich alle Behinderte auch geistig behindert?? Vielen Dank für diese Diskriminierung! Schon mal daran gedacht, dass eine Behinderung in den meisten Fällen körperlicher Art ist und es für die Betroffenen, die in den seltensten Fällen im Heim wohnen, sehr schwer, wenn nicht gar unmöglich ist, eine Partnerin oder einen Partner zu finden? Bedenklich, für Jemanden, der in der Betreuung arbeitet...
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  • Kommentar von elize naude, zürich
    und wer kontrolliert diese vorgang? haben wir nicht schon genügend sexualmissbrauch im behindertenbereich? ich glaube die wunsch geht nicht vom behinderten selber aus... und neue beruf ist es schon gar nicht........
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    1. Antwort von bärni p, FR
      Recht haben Sie!
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    2. Antwort von elize naude, zürich
      ich habe niemanden diskriminiert... lesen sie meine posting mit der nötige objetivität... alles andere ist beilage...
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    3. Antwort von Alois Wutz, Gerlafingen
      Es erstaunt mich lediglich, dass Sie überhaupt auf die Idee kommen, Behinderte vor diesem neuen Angebot "schützen" zu müssen. Das tönt für mich sehr nach "möglichst wegsperren und ja keine Selbstbestimmung zulassen". Es geht ja dabei nicht in erster Linie um Heimbewohner (wenn man den Artikel objektiv liest, merkt man das!) sondern um urteilsfähige Behinderte. Ihre Sicht der Dinge ist doch sehr von Ihrem Alltag im Heim geprägt...
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