100 Jahre Proporzwahlrecht So feiert der Kanton Zürich eine demokratische Revolution

Vor 100 Jahren haben die Zürcher Ja gesagt zum Proporzwahlrecht. In Winterthur wird mit einem Fest daran erinnert.

Es ist das Fest der Demokratie: In der Sulzer-Halle 53 in Winterthur erinnert der Kanton Zürich am Freitag an eine bedeutende Wahlrechtsreform im Jahre 1917. Damals haben die Zürcher Ja gesagt zu Proporzwahlrecht. Dieses gibt auch kleineren Parteien eine Chance auf eine Vertretung im Parlament. Das Fest ist für die ganze Bevölkerung gedacht und beinhaltet zahlreiche Premieren:

Der Kantonsrat im Exil:

Der Zürcher Kantonsrat, das Parlament des Kantons Zürich, hält zum ersten Mal überhaupt eine Sitzung ausserhalb der Stadt Zürich ab. Dafür wurde eigens ein Ratsaal aufgebaut - mit Platz für 500 Zuschauerinnen und Zuschauer. Die Sitzung beginnt am Freitag um 14.30 Uhr und endet voraussichtlich um 17 Uhr. Diskutiert werden zum Beispiel eine Teilrevision des kantonalen Richtplans für das Gebiet Winterthur Neuhegi-Grüze und die Idee einer U-Bahn für den Grossraum Zürich.

Einsicht in eine Kommissionssitzung:

In der Regel finden Kommissionssitzungen hinter verschlossenen Türen statt - nicht so an diesem Freitag. Die kantonsrätliche Kommission für Staat und Gemeinden hält eine Sitzung zwischen 11 und 13 Uhr öffentlich ab. Die Kommission diskutiert im Beisein von Regierungsrätin Jacqueline Fehr von der SP eine Parlamentarische Initiative, die verlangt, dass Parteien nur noch dann in den Kantonsrat einziehen können, wenn sie im ganzen Kanton einen Mindestwähleranteil von 3 Prozent erreichen.

Die Ausstellung «Weg der Demokratie»:

Besucherinnen und Besucher können die Bedeutung des Proporzwahlrechts anhand von Personen und Lebensläufen kennenlernen. Es gibt einen Polit-Parcours und die Gäste können versuchen, eigene politische Ideen durch alle Instanzen ans Ziel zu führen.

Das Regionaljournal Zürich Schaffhausen berichtet am Freitag, 7. Juli um 17:30 Uhr in einer Sondersendung live vom Festanlass.