So saubere Luft wie noch nie – dank schlechtem Wetter

Die Luft in der Region Zürich und Schaffhausen wird jedes Jahr besser. Dank verregneten Sommern und milden Wintern hat die Belastung mit Ozon und Feinstaub 2014 noch einmal abgenommen. Die gemessenen Werte sind die tiefsten seit Messbeginn.

Der Kamin der Verbrennungsanlage Josefstrasse in Zürich

Bildlegende: Seit dem Jahr 2000 darf in der Schweiz Siedlungsabfall nicht mehr deponiert werden. Er muss verbrannt werden. Keystone

Der verregnete Sommer hat auch Vorteile: Wegen fehlender Sonneneinstrahlung und tiefer Temperaturen habe es 2014 deutlich weniger Smog gegeben. «Der schlechte Sommer war für die Luft gut», sagt Peter Maly, Geschäftsleiter der Organisation Ostluft. So ist der Ozon-Grenzwert an den meisten Messstationen seltener überschritten worden als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre.

Auch der milde Winter hat zu sauberer Luft beigetragen. Es gab selten Inversionslagen, welche den Austausch der Luftschichten behinderten. Die Luft konnte sich so besser mischen, die Schadstoffe wurden verdünnt. Somit war die Feinstaubbelastung 2014 tiefer als in «normalen» Jahren.

Insgesamt verbesserte sich die Luftqualität in den letzten Jahren laufend. Zum Wetterglück kommen auch technische Fortschritte, wie zum Beispiel Partikelfilter bei Autos. Die Verunreinigungen seien aber immer noch stark, hält Ostluft fest.

Rosengartenstrasse am meisten belastet

An der Stadtzürcher Rosengartenstrasse werden die Grenzwerte am häufigsten überschritten. «Es ist eine grosse Herausforderung, dass die Grenzwerte auch an den Hauptverkehrsachsen einmal eingehalten werden», sagt Peter Maly. Technisch sei sicher noch einiges machbar, zum Beispiel durch Optimierungen bei Heizungen, Motoren, Industrieanlagen, Gewerbebetrieben und in der Landwirtschaft. Allein durch technische Mittel könne die Luft aber nicht sauberer werden.

Ostluft

Gemeinsame Luftqualitäts-Überwachung der beiden Appenzell, Glarus, St. Gallen, Schaffhausen, Thurgau, Zürich, Teilen des Kantons Graubünden und des Fürstentums Liechtenstein. Das Messnetz umfasst 18 Stationen.