«So viel Meer zwischen uns»

Das interkulturelle Theater «Maralam» lässt seit gut 30 Jahren auf der Bühne Fremdes mit Vertrautem zusammenprallen: Ausländisches trifft auf Inländisches. Das neueste Stück «So viel Meer zwischen uns» dreht sich um heikle Themen wie die Islamfeindlichkeit.

«So viel Meer zwischen uns» - der poetische Titel des neuen Bühnenstücks ist Programm: Entwickelt haben es zwei Autoren, dieseits und jenseits des Mittelmeeres: Der eine, Peter Braschler, ist Schweizer, der andere, Baghadadi Aoun, ist Tunesier. Kein einfaches Unterfangen: Es galt sowohl finanzielle, als auch sprachliche Hürden zu überwinden.

Schwere Kost soll nicht unverdaulich sein

Es gehe im Stück ums Gesehen werden, sagt Baghadadi Aoun, ums Aufdecken heikler Themen wie Islamfeindlichkeit, Integration und Fremdsein. Peter Braschler sorgt dafür, dass bei aller Tragik dieser schweren Themen die Komik nicht verlorengeht. «Auch in den schlimmsten Momenten muss man manchmal wegen etwas lachen.»

Was das Stück bei den Zuschauern auslöst - da sind sich die beiden Autoren nicht einig. Baghdadi Aoun ist überzeugt, dass Theater etwas bewegen kann. Die meisten Bühnen würden heisse Eisen aber gar nicht erst anpacken. Peter Braschler sieht es nüchterner: Das Theater könne die Welt nicht ändern, man könne Themen nur aufgreifen. Wenn das Theater Fragen auslöst, ist Braschler deshalb zufrieden.

«So viel Meer zwischen uns»