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Neue Flugrouten So wenig Südstarts wie möglich

Südstarts über die Stadt Zürich sollen möglich sein, aber wirklich nur wenn nötig. So lässt sich die Stellungnahme des Zürcher Regierungsrates zu den Vorschlägen des Bundes für ein neues Abflugregime am Flughafen Zürich zusammenfassen.

Starts über die Dächer von Zürich soll es nur bei Biswind geben, fordert der Regierungsrat.
Legende: Starts über die Dächer von Zürich soll es nur bei Biswind geben, fordert der Regierungsrat. Keystone

Der Bund will den Flughafen sicherer machen. Dazu brauche es Starts direkt über Zürich und die anderen Südgemeinden. Diese Starts sollen bei ungünstigen Wetterlagen zur Anwendung kommen, nämlich bei Bise und bei Nebel.

Der Zürcher Regierungsrat nimmt nun Stellung:

  • Der Regierungsrat stimmt dem Konzept grundsätzlich zu, jedoch nur bei Bise. Bei Nebel solle auf Südstarts verzichtet werden.
  • Die Nachtruhe von 23.00 bis bis 6.00 Uhr müsse besser eingehalten werden.
  • Den für das neue Konzept nötigen Verlängerungen der Pisten stimmt der Regierungsrat zu.
  • Durch die Südstarts dürfe es nicht zusätzliche Kapazitäten geben.

Mit dieser Stellungnahme stellt sich die Kantonsregierung hinter die Südgemeinden. Diese bevölkerungsreichen Gemeinden wehren sich gegen das geplante Konzept des Bundes. Die Gemeinden im Osten und Norden verlangen hingegen noch mehr Südstarts.

Dieser Forderung erteilt der Regierungsrat nun eine Absage.

Es ist das Grundprinzip des Flughafens, dass nicht nach Süden geflogen wird.
Autor: Carmen Walker SpähRegierungsrätin

Der Flughafen sei historisch auf ein Nordkonzept ausgerichtet, betont Walker Späh. Wenn es Sicherheitsmängel gäbe, könne von diesem Konzept abgewichen werden – «jedoch nur mit sehr engen Leitplanken».

Südgemeinden wollen noch mehr Einschränkungen

Die Stellungnahme der Kantonsregierung sorgte - erwartungsgemäss - für gemischte Reaktionen. Die Zürcher Stadträtin Claudia Nielsen begrüsst die Stellungnahme des Regierungsrates grundsätzlich, verlangt jedoch noch zusätzliche Einschränkungen. «Die Südstarts geradeaus müssen eine Ausnahme bleiben», betont sie gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Ganz zu verzichten sei auf die Route mit Südstarts, die dann über Zürich rechts abbiegt und damit gleich mehrere Quartiere wie Oerlikon, Seebach, Schwamendingen und Affoltern betreffen würde.

«Nicht nachvollziehbar»

Die Gemeinden im Osten, Norden und Westen verlangen hingegen schon lange viel mehr Starts über Zürich. Sie sollen täglich über die Mittagszeit stattfinden, unabhängig von der Wetterlage Die Winterthurer Stadträtin Barbara Günthard-Maier hat denn auch kein Verständnis, dass der Regierungsrat die Südstarts nur bei Bise, aber nicht bei Nebel zulassen will. «Die Argumentation ist für mich nicht nachvollziehbar».

Entscheid sollte im Juni fallen

Der Bund wertet nun die verschiedenen Stellungnahmen aus. Voraussichtlich im Juni entscheidet der Bundesrat über das neue Flugregime am Flughafen Zürich.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Andy Schmid (andy)
    Einfach den Süden mit An- und Abflügen zu schonen ist wohl kaum ein Konzept, das Wirtschaftlichkeit, Sicherheit, Wetterlagen und die Kleinheit der Schweiz berücksichtigt. Da müsste man auch An-/Abflugregimes anderer Staaten mit beschränktem Raum und auch wie über Welt-Grossstädten geflogen wird studieren. Z.B. Amsterdam, Brüssel, Luxembourg, Singapore, Hong Kong jahrzehnte lang, bis eine Insel als Alternative gebaut wurde, aber auch Stadte wie Paris,München, Frankfurt, Milano, London, etc.
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