Sonderpädagogik: Mehr Handlungsspielraum für Zürcher Gemeinden

Kleinklasse, heilpädagogische Therapie oder Förderzentrum: Die Gemeinden sollen wieder mehr Freiheiten bei der Sonderpädagogik erhalten. Eine umstrittene Forderung, die der Zürcher Kantonsrat aber letztlich unterstützte.

Mehr Autonomie für die Gemeinden bei der Sonderpädagogik: Der Kantonsrat sieht Handlungsbedarf.

Bildlegende: Mehr Autonomie für die Gemeinden bei der Sonderpädagogik: Der Kantonsrat sieht Handlungsbedarf. Keystone

Gestritten hat der Kantonsrat über die integrative Förderung in den Schulklassen. Mit dem neuen Volksschulgesetz wurden im Kanton die Kleinklassen abgeschafft. Dafür wurden sonder- und heilpädagogische Massnahmen in den normalen Klassen eingeführt, wenn dies ein Schüler nötig hat.

Eine teure Sache für die Gemeinden, kritisierte die SVP. Zusammen mit der EDU und der EVP hat sie eine parlamentarische Initiative lanciert. Diese hat das Ziel, dass Gemeinden wieder mehr Handlungsspielraum erhalten. Heute sei zwar die Anzahl Schüler in Kleinklassen gesunken, jedoch sei die Zahl der sonderpädagogischen Massnahmen insgesamt gestiegen, und demzufolge auch die Kosten in diesem Bereich. Die Gemeinden könnten nicht mehr frei handeln. Weil sie aber 80 Prozent der Kosten zahlen, sollen sie auch mehr entscheiden können. Ähnlich argumentierten BDP und GLP.

Von der Integration zurück zur Separation

Mehr Spielraum für die Gemeinden, die integrative Förderung aber nicht abschaffen: Genau hier sehen SP, CVP und FDP den wunden Punkt. Sie befürchten, dass der Weg so wieder weg von der Integration und hin zur Separation führe. Und dies wäre fatal, meinten auch die Grünen. Kleinklassen hätten Schüler stigmatisiert. Das sei heute nicht mehr so.

Der Zürcher Kantonsrat hat die parlamentarische Initiave vorläufig unterstützt mit 77 Stimmen - 60 Stimmen wären nötig gewesen.