«Sorry, meine Angestellten machen Pause»

Ab dem 1. Juli haben alle Angestellten im Shopville beim Zürcher Hauptbahnhof Anrecht auf regelmässige Pausen. Damit sollen sie Gelegenheit haben, etwas Tageslicht zu tanken. Ladenbesitzer ärgern sich.

Das Zürcher Shopville. Es gibt nur Kunstlicht

Bildlegende: Nur Kunstlicht: Die Shopville-Mitarbeiter haben deshalb ab Juli Anrecht auf 40 Minuten «Lichtpausen» pro Tag. Keystone

Auslöser für die neue Regelung ist ein Entscheid des Zürcher Arbeitsgerichts. Dieses gab den Gewerkschaften und einigen Migros-Angestellten recht. Ohne zusätzliche Pausen habe das Personal in den unterirdischen Shopville-Läden zu wenig Tageslicht.

«Angestellte schlucken Medikamente»

Aufgrund dieses Entscheids verordnete das Arbeitsinspektorat der Stadt Zürich den Angestellten von allen rund 160 Geschäften 40 Minuten «Lichtpausen» pro Tag – 20 Minuten am Vormittag, 20 am Nachmittag. Viele Mitarbeiter hätten sich bei ihm gemeldet, erklärt Peter Maier vom Arbeitsinspektorat. «Einige sagten mir sogar, dass sie Medikamente und Vitamine schlucken wegen dem fehlenden Tageslicht.»

Die Ladenbesitzer sind weniger begeistert. Coiffeur Martin Grob erinnert daran, dass ein aufwändiger Haarschnitt bei einer Frau drei bis vier Stunden daure. «Nun muss ich einer solchen Kundin sagen: Sorry, ich kann Sie nicht bedienen – meine Angestellten müssen Pause machen», ärgert sich Grob.

Ladenbesitzer hoffen auf «flexible» Umsetzung

Grob hofft nun, dass die neuen Regeln flexibel umgesetzt werden. Auch Peter Maier vom Arbeitsinspektorat verspricht, man wolle gemeinsam mit den Ladenbesitzern nach Lösungen suchen.

(kueh; Regionaljournal Zürich Schauffhausen, 17:30 Uhr)