Sparprogramm: Stellenabbau in Winterthur

Winterthur spart und spart. Ein neues Sparpaket im Umfang von 44 Millionen Franken soll die Stadtkasse endgültig ins Lot bringen. Die Massnahmen seien «schmerzhaft», schreibt der Stadtrat. Besonders betroffen sind die Angestellten. Der Stadtrat will 110 Stellen streichen und 400 weitere auslagern.

Fotografie des Bildschirms mit der Präsentation des Entlastungsprogramms.

Bildlegende: 43,6 Millionen Franken will der Winterthurer Stadtrat einsparen. SRF/Colourbox

Seit drei Jahren kämpft Winterthur mit roten Zahlen. Nun präsentiert der Stadtrat ein Massnahmenpaket mit dem Namen «Balance», um die Finanzen definitiv wieder ins Lot zu bringen. Der Stadtrat will künftig rund 35 Millionen Franken weniger ausgeben und acht Millionen Franken mehr einnehmen. Insgesamt soll die Stadtkasse so um rund 44 Millionen Franken entlastet werden.

Die Stadt wird auch Leute entlassen

Besonders das Personal treffen die Massnahmen hart: 110 Stellen werden abgebaut, 40 Lehrstellen gestrichen. Zudem werden 400 Stellen ausgelagert. Das Stadtwerk soll zum Beispiel in eine AG umgewandelt werden - die Löhne würden dann nicht mehr die Stadtkasse belasten.

Bei 3140 Vollzeitstellen hofft der Stadtrat, dass er möglichst wenig Angestellte entlassen muss. Stadtpräsident Michael Künzle rechnet aber mit rund 40 Entlassungen. «Wir werden die Leute begleiten», verspricht Künzle. Es gebe einen Sozialplan und das oberste Ziel sei es, dass alle entlassenen Angestellten wieder eine Stelle finden.

Viele kleine und grosse Massnahmen

Alles in allem enthält das Entlastungsprogramm «Balance» Dutzende von Massnahmen. So sollen zum Beispiel Gebühren erhöht werden (etwa bei den Horten oder bei den Parkplätzen), die Stadt will billigeren Strom kaufen und die Zuschüsse für AHV und IV Rentner sollen zu einem grossen Teil gestrichen werden. Die Massnahmen seien einschneidend, räumt Künzle ein, aber verkraftbar:

«  Die Stadt wird nicht untergehen wegen dem Projekt ‹Balance›. »

Michael Künzle
Stadtpräsident Winterthur

Noch ist nicht sicher, ob der Stadtrat die geplanten Massnahmen auch alle umsetzen kann. Denn das letzte Wort haben in mehr als der Hälfte der Fälle Parlament und Bevölkerung. Michael Künzle ist sich bewusst, dass es noch viel Überzeugungsarbeit braucht. Einzelne Parteien, wie die Grünen und die Grünliberalen, aber auch die Personalverbände, haben bereits Widerstand angekündigt.