Spektakulärer Gefängnisausbruch: Politik will handeln, aber wie?

Ein Gefangener spaziert mit einer Aufseherin aus dem Gefängnis: Der fast unglaubliche Ausbruch von letzter Woche war Thema im Zürcher Kantonsrat. Alle waren sich einig: Das Sicherheitskonzept muss verbessert werden. Doch dann war es mit der Einigkeit schon wieder vorbei.

Die Fassade des Gefängnisses Limmattal - Ein Betonbau mit Fenstern

Bildlegende: Das Gefängnis Limmattal: Aus diesem Gefängnis sind sie ausgebrochen. Keystone

Unter den Parteien im Zürcher Kantonsrat gab es nur ein Thema: Ist es gut, dass ein Gefängnisaufseher schläft, wahrendem der andere Aufsicht hat. Da habe die Gefängnisaufseherin im Gefängnis Limmattal letzte Woche freie Bahn gehabt, um den Häftling aus seiner Zelle zu befreien, ärgerte sich SVP-Fraktionschef Jürg Trachsel.

Nun müsse Justizdirektorin Jacqueline Fehr (SP) etwas ändern, so Trachsel. Markus Späth, Fraktionschef der SP, war grundsätzlich einverstanden. Allerdings fand er, man dürfe sich über solche Zustände nicht wundern. Ein sicherer Strafvollzug sei teuer. Wenn immer nur Personal zusammengestrichen werde, dürfe man sich nicht wundern, wenn die Welt nicht ganz so sicher sei.

Der Streit ums Geld

Die grüne Fraktionschefin Esther Guyer ergänzte, wenn die Konsequenz sei, dass man mehr Personal brauche, dann müsse man dazu stehen. Jürg Trachsel von der SVP winkte ab, der Standard sei jetzt schon sehr hoch. Und sonst müsse bewiesen werden, warum es mehr Personal brauche. Man müsse nur die Organisation verbessern, fand auch Thomas Vogel von der FDP. Das Vier-Augen-Prinzip sei das Minimus, das gelten müsse. Und Philipp Kutter von der CVP schlug vor, dass die Abläufe verbessert werden.

Nur in einem Punkt waren sich Linke und Bürgerliche einig: Die Lücken im Netz müssen geflickt werden.