«Spezialwehr» macht Jagd auf exotische Pflanzen und Tiere

Sie heissen Ambrosia, schmalblättriges Greifkraut oder Laubholzbockkäfer. Gemeinsam ist ihnen ihre Gefährlichkeit. Sie können schwere Allergien auslösen oder die einheimische Fauna und Flora gefährden. Eine Spezialtruppe des Kantons rückt ihnen nun auf den Leib.

Eine Ambrosia artemisiifolia (beifussblättriges Traubenkraut, aufrechte Ambrosie) im Botanischen Garten von Zürich

Bildlegende: Sieht harmlos aus, ist aber eine wahre Giftschleuder: die Ambrosia kann schwere Allergien auslösen. Keystone

Immer mehr Pflanzen und Tiere aus andern Weltgegenden gelangen durch den Handel oder als blinde Passagiere im Frachtgut von Schiffen, Flugzeugen oder Lastwagen in die Schweiz. Einige dieser Exoten breiten sich mangels natürlicher Konkurrenten rasch aus und verdrängen bedrohte einheimische Arten aus ihren angestammten Lebensräumen.

Rasche Reaktion ist entscheidend

Die Folgen würden oft unterschätzt, schreibt die Baudirektion in einer Mitteilung vom Donnerstag. So könnten die invasiven Neobiota die Gesundheit von Menschen und Haustieren beeinträchtigen oder mit ihren Wurzeln erhebliche Schäden an Brücken und Strassen anrichten. Mit einem entschlossenen und koordinierten Vorgehen könnten Schäden vermieden und langfristig Kosten gespart werden.

Zur Eindämmung von Neobiota im Kanton Zürich sind neben den bisher bewährten Massnahmen zwei neue Instrumente vorgesehen. So soll in grösseren, zusammenhängenden Lebensräumen, etwa einer Geländekammer oder einem See, koordiniert gegen problematische Tiere und Pflanzen vorgegangen werden. Deren Bestände sollen so geschwächt werden, dass sie auf einem akzeptablen, tiefen Niveau bleiben. Beim Auftreten neuer Arten und grossem Schadenpotenzial soll künftig eine dafür geschulte Equipe rasch eingreifen, um die Ausbreitung im Anfangsstadium zu unterbinden. Ab 2015 soll die Truppe einsatzbereit sein.