Stadt Zürich darf günstige Wohnungen im Seefeld bauen

Auf dem Areal Hornbach im Zürcher Seefeld entstehen122 Wohnungen mit relativ tiefem Mietzins. Die Stimmberechtigten haben den 100-Millionen-Kredit mit einem Ja-Stimmen Anteil von rund 66 Prozent klar bewilligt. Trotz Opposition der Bürgerlichen.

65,7 Prozent der Stimmberechtigten sagten Ja zum Bau der städtischen Siedlung. Auch der direkt betroffene Wahlkreis 7+8 war dafür. Ein deutliches Resultat. In der Siedlung Hornbach soll eine 4,5-Zimmer-Wohnung 1670 Franken Miete pro Monat kosten. So günstig wohnt man im Zürcher Seefeld sonst fast nirgendwo. Die 122 Wohnungen, teilweise mit Seesicht, sollen mehrheitlich von Familien bewohnt werden.

Ein Beitrag gegen die «Seefeldisierung»

Die Wohnsiedlung sei mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein, sagt Martin Luchsinger, Gemeinderat der GLP. «Die sogenannte Seefeldisierung ist ja jedem ein Begriff - und uns ging es genau darum, auch dort gemeinnützige Wohnungen zu schaffen.»

Trotz dem deutlichen Ja: Bei ähnlichen Abstimmungen zu gemeinnützigem Wohnungsbau war die Zustimmung auch schon höher ausgefallen. Zum Beispiel im Juni 2013, als der Souverän die Überbauung auf der Kronenwiese mit 75 Prozent gut hiess. Hier dürfte die Kritik der bürgerlichen Parteien, SVP und FDP, eine Rolle gespielt haben:

«Subventioniertes Wohnen für ganz Wenige»

Mauro Tuena, SVP-Gemeinderat, fand es zum Beispiel stossend, dass ausgerechnet an dieser begehrten Lage gemeinnütziger Wohnungsbau betrieben wird. Das Bauland hätte problemlos für rund 40 Millionen Franken an einen Privaten verkauft werden können, sagte er. Nach der Niederlage an der Urne meinte er nur: «Offenbar ist die Bevölkerung der Meinung, dass man 100 Millionen Franken ausgeben soll, damit ein paar ganz Wenige an einem luxuriösen Ort subventioniert wohnen können.»

Geplanter Baubeginn im Oktober

Der Stadtrat sieht vor, dass mit dem Bau im Oktober begonnen werden kann. Ende 2018 könnten dann die ersten Mieter in der Siedlung Hornbach einziehen.