Stadt Zürich weibelt für grosszügige Sozialhilfe-Richtlinien

Geht es nach der Stadt Zürich, dann werden die Leistungen in der Sozialhilfe in Zukunft nicht ab- sondern eher ausgebaut. 100 Franken mehr sollen Sozialhilfebezüger in 1- und 2-Personen-Haushalten künftig erhalten.

Landstreicher sucht etwas in einem Abfallcontainer

Bildlegende: Die Sozialhilfe für bedürftige Menschen soll auch künftig «menschenwürdig» gestaltet sein, findet der Zürcher Stadtrat. Keystone

Die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe SKOS sind unter Beschuss. Allen voran die SVP will bei der Sozialhilfe sparen und fordert einen resoluten Leistungsabbau und härtere Sanktionsmöglichkeiten.

Das widerspricht der Regierung der Stadt Zürich, in der die meisten Sozialhilfebezüger des Landes leben. Am Montagabend teilte der Zürcher Stadtrat mit, wie er sich die neuen SKOS-Richtlinien vorstellt.

Nur leichte Anpassungen

Sozialvorsteher Raphael Golta (SP) legte ein Bekenntnis für eine grosszügige und vor allem «menschenwürdige» Sozialhilfe ab: «Längerfristig wäre es falsch, bei der Sozialhilfe zu sparen, wenn man bedenkt, in welch wohlhabenden Land wir leben», sagte er.

Im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens für die Revision der SKOS-Richtlinien forderte Golta vor allem zwei leichte Anpassungen der heutigen Werte:

Die Leistungen für Grossfamilien sollen abgebaut, jene für Menschen in 1- und 2-Personen-Haushalten ausgebaut werden - um je 100 Franken auf 1076 respektive 1606 Franken im Monat.

Abschlussbericht Ende Mai

Härteren Sanktionsmöglichkeiten oder tieferen Leistungen für junge Erwachsene erteilte der Zürcher Stadtrat eine Absage. Diese seien weder nötig, noch zielführend.

Die Vorschläge aus Zürich fliessen nun ein in einen Abschlussbericht der SKOS, der Ende Mai präsentiert wird und der als Grundlage für die neuen Sozialhilfe-Richtlinien dienen soll.