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Zürich Schaffhausen Stadt Zürich will bis 2025 flächendeckend Tagesschulen einführen

In sieben Schulen wird das Projekt «Tagesschule 2025» ab übernächstem Schuljahr getestet. Mit den Tagesschulen werde ein gesellschaftliches Bedürfnis aufgenommen, sagt Stadtrat Gerold Lauber. Und die Stadt spare erst noch Geld.

Ein Schulzimmer mit Tischen und kleinen Kindern.
Legende: Das Schulhaus «Am Wasser» ist eine der sieben Testschulen. Schulleiterin freut sich auf das Experiment. Keystone

Am Morgen in die Schule, mittags eine ausgewogene Mahlzeit, dann erneut Schule und um 14 oder 16 Uhr bereits Feierabend. So soll der Schulalltag der Zukunft in der Stadt Zürich aussehen. In sieben Schulen von Zürichberg bis Schwamendingen will der Zürcher Stadtrat dieses Modell testen.

Das Mittagessen kostet sechs Franken. Pro Kind und Quartal müssten die Eltern zwischen 110 Fanken (2. Kindergarten) und 220 Franken (Sekundarstufe) bezahlen, je nachdem, wie viele Nachmittage die Kinder frei haben. Nach dem Schulschluss können die Kinder weiterhin im Hort betreut werden.

Vorteile für Lehrer, Schülerinnen und Eltern

Für Susanne Gauch, Leiterin der Schule «Am Wasser», ist das Projekt eine grosse Erleichterung. Schon jetzt platze der Hort aus allen Nähten. «Das Projekt bietet die Möglichkeit, von Grund auf bessere Strukturen aufzubauen.»

Mit den Tagesschulen entspreche die Stadt einem gesellschaftlichen Bedürfnis, sagt der zuständige Stadtrat Gerold Lauber (CVP). Ausserdem nütze die Tagesschule den Eltern und den Kindern, ergänzt Adrian Scheidegger, Projektleiter im stadtzürcher Schulamt. «Für die Eltern ist der Tagesablauf besser planbar und die Kinder profitieren von mehr Ruhe im Tagesablauf, weil sie den Wechsel Schule - Zuhause weniger oft machen müssen.»

Und auch die Stadt verspricht sich Vorteile: Sie rechnet damit, längerfristig 30 bis 40 Millionen Franken pro Jahr zu sparen, weil die Mittagszeit kürzer ist und dadurch die Personalkosten sinken.

Obligatorisch und flächendeckend

In der Pilotphase ist die Tagesschule in den beteiligten Schulen freiwillig. Die Eltern können ihre Kinder jederzeit abmelden. Dies wird sich in Zukunft ändern. Die Stadt will die Tagesschulen flächendeckend einführen und damit auch obligatorisch machen. Dazu ist allerdings eine Änderung des kantonalen Schulgesetzes nötig, was noch zu Diskussionen führen dürfte. Besonders die SVP hat sich bis jetzt immer gegen obligatorische Tagesschulen gewehrt.

In der Stadt hat die Idee der Tagesschulen allerdings breiten Rückhalt: SP und FDP haben bereits Vorstösse für Tagesschulen eingereicht. Der Kredit von 19,1 Millionen Franken für den Pilotprojekt dürfte der Gemeinderat also absegnen.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Inke Stucki, Hilterfingen
    So sind die Schultage in Finnland schon 60 Jahre. Alle kriegen Mittagessen gratis und bleiben im Schulhaus 9-13 Uhr, Mittagspause dauert nur 30 Min.. Schweizer System, die Mahlzeiten teilnehmenden Kindern einzeln zu melden und Mengen kontrollieren, Rechnungen zur Eltern zu formulieren und schicken und controllers dafür, ist viel teurer als "gratis"-Mittagessen für alle Schüler! Kinder essen gerne im Schulhaus, ist auch ein Teil des Unterrichts (und tut gut auch für Lehrer).
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  • Kommentar von S. Nogler, Bever
    Kinder sind kein Industriegut, auch keine automatischen Lernmaschinen, sondern junge Menschen. Der Staat will den Eltern die Rechte und Verantwortungen für ihre Kinder entziehen, damit korrupte, machtgierige Politiker mit diesen Kindern tun können, was sie wollen. Erziehung soll Sache der Eltern bleiben, da es wissenschaftlich erwiesen ist, dass die besten Pädagogen nicht annähernt so gut mit Kindern umgehen können, als durchschnittliche Eltern.
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    1. Antwort von W. Pip, Züri
      Sie haben natürlich recht. Nur: Wenn ich mir im Bus sitzend aus reinem Benehmen die Quote extrapoliere, wieviele unserer Kinder wohl zu Nettobezügern werden, weil deren Eltern offentichtlich in der breiten Masse keinerlei erzieherischen Kompetenzen mehr haben, dann erzieht der Staat sie lieber zu Leistungsträgern. Die zahlen dann wenigstens unsere Rente. Pestalozzidenken war gestern.
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